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DIHK-Umfrage: Rekord bei Handelshemmnissen belastet deutsche Exporteure

Schiff am Dock des Hamburger Hafen
Foto: Wolfgang Weiser / Pexels

Key takeaways

Eine DIHK-Umfrage zeigt: Handelshemmnisse erreichen ein Rekordniveau und belasten deutsche Unternehmen massiv. Besonders die USA verlieren an Attraktivität, während Indien und Lateinamerika als neue Chancenmärkte gelten. Trotz leichter Aufhellung bleiben die Erwartungen im Auslandsgeschäft insgesamt negativ.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der internationale Handel deutscher Unternehmen gerät zunehmend unter Druck. Laut der DIHK-Umfrage „Going International 2026“ berichten 69 Prozent der auslandsaktiven Betriebe von wachsenden Handelshemmnissen – ein Höchstwert seit Beginn der Erhebung. Trotz einer leichten Aufhellung bleiben die Geschäftserwartungen insgesamt negativ.

Handelshemmnisse auf Rekordniveau

Zölle, Exportkontrollen und regulatorische Anforderungen erschweren das Auslandsgeschäft spürbar. Besonders stark schlagen steigende Zollbelastungen zu Buche: Zwei Drittel der betroffenen Unternehmen nennen sie als zentrales Problem. Vor allem die USA stehen dabei im Fokus – 86 Prozent der Unternehmen mit höheren Zöllen sehen dort die größten Auswirkungen.

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USA verlieren an Attraktivität

Die Vereinigten Staaten entwickeln sich zunehmend vom wichtigen Absatzmarkt zum Risikofaktor. Hohe Zölle, politische Unsicherheiten und rechtliche Volatilität erschweren langfristige Planungen. Entsprechend stark haben sich die Geschäftserwartungen eingetrübt, die auf ein historisches Tief gefallen sind.

Nicht-tarifäre Hürden nehmen zu

Neben klassischen Zöllen gewinnen regulatorische Barrieren an Bedeutung. Mehr als die Hälfte der Unternehmen sieht sich mit zusätzlichen Zertifizierungspflichten konfrontiert, während strengere Sicherheitsanforderungen und Exportkontrollen ebenfalls stark zunehmen. Auch Sanktionen und Local-Content-Vorgaben erschweren den Marktzugang in vielen Regionen.

EU-Regulierung als zusätzlicher Bremsfaktor

Nicht nur internationale Entwicklungen belasten das Geschäft: 83 Prozent der Unternehmen kritisieren wachsende bürokratische Anforderungen innerhalb der EU. Lieferkettenregeln, Berichtspflichten und Umweltvorgaben treiben Kosten und administrativen Aufwand erheblich nach oben. Besonders kleine und mittlere Unternehmen geraten dadurch zunehmend unter Druck.

Stimmung bleibt verhalten

Die Erwartungen der Unternehmen hellen sich zwar leicht auf, bleiben aber insgesamt im negativen Bereich. Während 16 Prozent mit einer Verbesserung rechnen, erwarten 21 Prozent eine Verschlechterung ihrer Auslandsgeschäfte. Die Mehrheit geht von einer Stagnation aus.

Neue Chancen in Indien und Lateinamerika

Parallel zur wachsenden Unsicherheit in etablierten Märkten richten viele Unternehmen ihren Blick auf alternative Regionen. Indien sowie Teile Lateinamerikas gewinnen an Bedeutung. Handelsabkommen wie das geplante EU-Indien-Abkommen, das Mercosur-Abkommen oder der neue Deal mit Australien könnten neue Wachstumsimpulse liefern und den Zugang zu diesen Märkten erleichtern.

Diversifizierung wird zur Pflicht

Die Umfrage zeigt deutlich: Unternehmen müssen ihre internationale Aufstellung breiter diversifizieren, um Risiken zu reduzieren. Angesichts zunehmender geopolitischer Spannungen und wachsender Handelsbarrieren wird eine flexible Marktstrategie zum entscheidenden Erfolgsfaktor im globalen Wettbewerb.

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