Das Konjunkturbarometer des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hat sich im August 2026 deutlich verbessert. Mit 96,4 Punkten liegt der Frühindikator zwar weiterhin unter der neutralen Marke von 100 Punkten, signalisiert aber eine allmähliche Stabilisierung der deutschen Wirtschaft. Nach Einschätzung des DIW mehren sich die Hinweise auf eine konjunkturelle Erholung, auch wenn geopolitische Unsicherheiten, steigende Energiepreise und schwache Konsumaussichten die Entwicklung weiterhin belasten.
Exporte und Industrie sorgen für Auftrieb
Nach dem deutlichen Rückgang im Juli legte das DIW-Konjunkturbarometer im August um gut fünf Punkte zu. Maßgeblich dazu beigetragen haben die starke Exportentwicklung sowie eine steigende Nachfrage nach deutschen Produkten, insbesondere aus europäischen Märkten.
Auch die Industrie zeigt Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. Kräftige Auftragseingänge, vor allem durch Großaufträge aus dem Inland, sowie eine stabilisierte Produktion stärken die Erwartungen der Unternehmen. Nach den jüngsten ifo-Umfragen bewerten viele Industriebetriebe sowohl ihre aktuelle Geschäftslage als auch die Perspektiven wieder positiver.
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Öffentliche Investitionen stabilisieren die Konjunktur
Neben dem Exportgeschäft tragen vor allem öffentliche Investitionen zur wirtschaftlichen Entwicklung bei. Insbesondere höhere Verteidigungsausgaben haben die Nachfrage nach Industrieprodukten erhöht und die Produktionsentwicklung gestützt.
Im zweiten Quartal 2026 wuchs die deutsche Wirtschaftsleistung überraschend um 0,3 Prozent. Nach Einschätzung des DIW sind nun jedoch zusätzliche private Investitionen sowie Produktivitätssteigerungen erforderlich, damit sich die Erholung langfristig verfestigt und der Wirtschaftsstandort nachhaltig gestärkt wird.
Geopolitische Risiken bremsen die Erholung
Trotz der verbesserten Konjunktursignale bleibt das wirtschaftliche Umfeld schwierig. Die Spannungen im Persischen Golf und die anhaltenden Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus sorgen weiterhin für Unsicherheit auf den Energiemärkten.
Steigende Ölpreise erhöhen die Energiekosten und treiben die Inflation. Gleichzeitig erschweren niedrige Wasserstände auf wichtigen deutschen Wasserstraßen infolge des Hitzesommers den Rohstofftransport und verteuern die Logistik für Unternehmen zusätzlich.
Dienstleistungssektor bleibt verhalten
Während sich die Stimmung in industrienahen und unternehmensbezogenen Dienstleistungen verbessert, entwickelt sich der konsumnahe Dienstleistungsbereich weiterhin zurückhaltend. Die anhaltende Unsicherheit, die gestiegene Inflation sowie die schwache Entwicklung am Arbeitsmarkt dämpfen die Konsumlaune vieler Haushalte.
Nach Einschätzung des DIW dürfte der Dienstleistungssektor erst dann dauerhaft an Dynamik gewinnen, wenn sich die konjunkturelle Erholung auch bei Beschäftigung, privaten Investitionen und Verbrauchervertrauen deutlich bemerkbar macht.





