Die Kosten im deutschen Stückgutmarkt sind im ersten Halbjahr 2026 deutlich gestiegen. Nach dem aktuellen Kostenindex Sammelgutspedition des DSLV Bundesverbands Spedition und Logistik erhöhten sich die sendungsbezogenen Kosten gegenüber dem Vorjahreszeitraum im Durchschnitt um 4,7 Prozent.
Größter Treiber waren erneut die Personalkosten. Gleichzeitig sorgten höhere Treibstoffpreise und deutlich gestiegene Aufwendungen für Paletten und Ladehilfsmittel für zusätzlichen Druck.
Personalkosten bleiben größter Kostentreiber
Mit einem Anteil von 50,7 Prozent stellen Personalkosten weiterhin den mit Abstand größten Kostenblock im Stückgutgeschäft dar.
Im ersten Halbjahr 2026 legten sie im Durchschnitt um 6,2 Prozent zu. Nach Angaben des DSLV sind dafür vor allem hohe Tarif- und Gehaltsabschlüsse verantwortlich.
Damit bleibt die Kostenentwicklung in der Sammelgutspedition stark vom Arbeitsmarkt und der Lohnentwicklung geprägt.
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Treibstoffkosten steigen zweistellig
Auch Energie und Kraftstoffe verteuerten sich deutlich. Im März 2026 sorgte der militärische Konflikt an der Straße von Hormus für einen sprunghaften Anstieg der Treibstoffpreise.
Für das gesamte erste Halbjahr weist der Index dadurch ein Plus von 10,7 Prozent bei Treibstoff- und Energiekosten aus.
Der Anteil dieses Kostenblocks an den durchschnittlichen Prozesskosten liegt zwar nur bei rund zehn Prozent, die starke Verteuerung wirkt sich dennoch spürbar auf den Gesamtindex aus.
Paletten treiben Handlingskosten nach oben
Besonders kräftig stiegen die Handlingskosten. Sie lagen 8,6 Prozent über dem Vorjahresniveau.
Ein wesentlicher Faktor war der deutliche Anstieg der Beschaffungskosten für Paletten. Diese erhöhten sich durchschnittlich um 27,3 Prozent und erklären knapp ein Drittel des Anstiegs bei den Handlingskosten.
Der Index berücksichtigt dabei unterschiedliche Palettenarten und -qualitäten, darunter neue Paletten sowie Varianten der Klassen A, B und C.
Sachkosten steigen moderat, Maut bleibt stabil
Die Sachkosten erhöhten sich im ersten Halbjahr um 1,8 Prozent und trugen damit ebenfalls zum Kostenanstieg bei.
Die Mautkosten blieben dagegen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum weitgehend stabil. Damit kamen die größten Belastungen klar aus Personal, Energie und Handling.
Für Stückgutnetze bedeutet das weiterhin steigenden Margendruck, sofern die höheren Prozesskosten nicht über Preise oder Effizienzmaßnahmen aufgefangen werden können.
Index basiert auf 15,9 Millionen Sendungen
Der DSLV-Kostenindex Sammelgutspedition erscheint mit der aktuellen Veröffentlichung in seiner 24. Auflage.
Die wissenschaftliche Auswertung übernimmt das Beratungsunternehmen FORLOGIC. Grundlage sind Daten von zwölf Stückgutnetzen und Systemlogistikern mit insgesamt 85 Depots.
In die aktuelle Analyse flossen 15,9 Millionen Sendungen ein. Verglichen werden jeweils die Prozesskosten der ersten und zweiten Jahreshälfte mit den entsprechenden Vorjahreszeiträumen.




