E-Books erreichen in Deutschland einen neuen Höchststand. Laut einer repräsentativen Bitkom-Befragung lesen inzwischen 55 Prozent der Menschen ab 16 Jahren zumindest gelegentlich digitale Bücher. Im Vorjahr waren es noch 51 Prozent. Gleichzeitig bleibt Print fest im Alltag verankert, denn die Mehrheit der Leser nutzt beide Formate.
Die meisten kombinieren digital und gedruckt
Nur vier Prozent lesen ausschließlich E-Books. Deutlich größer ist die Gruppe, die digitale und gedruckte Bücher miteinander kombiniert. 51 Prozent der Befragten nutzen beide Formate.
Dabei lesen 19 Prozent häufiger E-Books, 17 Prozent beide Varianten ungefähr gleich oft und 15 Prozent bevorzugen häufiger gedruckte Bücher. Ausschließlich Print nutzen weiterhin 30 Prozent der Menschen ab 16 Jahren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
E-Books gewinnen besonders bei älteren Lesern
Auffällig ist die Entwicklung bei den über 65-Jährigen. In dieser Altersgruppe greifen inzwischen 42 Prozent zumindest gelegentlich zum E-Book. Ein Jahr zuvor waren es erst 33 Prozent.
Bei den 16- bis 29-Jährigen liegt der Anteil mit 64 Prozent weiterhin deutlich höher. Bitkom sieht darin ein Zeichen dafür, dass digitales Lesen zunehmend über alle Altersgruppen hinweg verbreitet ist.
Digitale Bücher werden häufiger gekauft
Wer E-Books nutzt, kauft sie zunehmend selbst. 89 Prozent der E-Book-Leser erwerben digitale Titel, nach 81 Prozent im Vorjahr. Im Durchschnitt geben Käufer dafür 12,40 Euro pro Monat aus. 2025 waren es 11,10 Euro.
Das Leihen digitaler Bücher verliert dagegen an Bedeutung. 46 Prozent der E-Book-Leser nutzen entsprechende Angebote, verglichen mit 54 Prozent im Vorjahr. Dafür werden im Schnitt 6,80 Euro monatlich ausgegeben.
Kostenlose E-Books bleiben Nischenangebot
15 Prozent der E-Book-Leser greifen auch auf kostenlose digitale Bücher zurück. Damit bleibt dieses Modell deutlich hinter Kauf- und Leihangeboten zurück.
Insgesamt lesen 85 Prozent der Menschen ab 16 Jahren zumindest hin und wieder ein Buch – unabhängig davon, ob digital oder gedruckt.
Buchmarkt entwickelt sich hybrid
Die Ergebnisse zeigen, dass sich digitales Lesen nicht gegen Print durchsetzt, sondern daneben etabliert. Für viele Verbraucher hängt die Formatwahl offenbar von Situation und Nutzung ab.
Damit entwickelt sich der Buchmarkt zunehmend hybrid: E-Books gewinnen weiter an Reichweite, während gedruckte Bücher für einen großen Teil der Leser unverändert wichtig bleiben.




