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Studie: Elektro-Lkw-Ladebedarf vor allem an wenigen europäischen Hotspots

Mehrere E LKW an einem Ladepark
Foto: Pexels

Key takeaways

➟ Fraunhofer ISI und ICCT erwarten stark steigenden Ladebedarf für Elektro-Lkw in Europa. Besonders wenige Logistik-Hotspots könnten einen Großteil des Strombedarfs bündeln und gezielten Netzausbau erforderlich machen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der Ladebedarf für batterieelektrische Lkw wird in Europa in den kommenden Jahrzehnten stark steigen und sich zugleich auf vergleichsweise wenige Standorte konzentrieren. Das zeigt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI und des International Council on Clean Transportation. Untersucht wurden die 27 EU-Staaten sowie Großbritannien, Norwegen und die Schweiz.

Für die Analyse entwickelten die Forscher das Modell VESUVIO. Es bildet den Ladebedarf räumlich auf einem Raster von rund 17 mal 20 Kilometern und zeitlich in 15-Minuten-Intervallen über eine Woche ab. Berücksichtigt werden sowohl das Laden im Depot als auch öffentliche Ladevorgänge unterwegs.

Ladebedarf könnte bis 2045 auf rund 200 Terawattstunden steigen

In allen untersuchten Szenarien nimmt der Strombedarf deutlich zu. Unter günstigen politischen Rahmenbedingungen für batterieelektrische Lkw erreicht der jährliche Ladebedarf in Europa bis 2035 rund 100 Terawattstunden und steigt bis 2045 auf etwa 200 Terawattstunden.

Besonders hoch fällt der Bedarf in großen Güterverkehrsmärkten aus. Dazu zählen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Spanien und Italien. Gleichzeitig unterscheiden sich die räumlichen Muster zwischen den Ländern deutlich, weil Verkehrsstrukturen, Geografie und Flottenzusammensetzung unterschiedlich sind.

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Depotladen deckt den größten Teil des Bedarfs

Das Laden auf Betriebshöfen bleibt nach den Ergebnissen in allen Ländern und Szenarien der wichtigste Bestandteil der Infrastruktur. In den meisten Fällen entfallen mehr als 70 bis 80 Prozent des gesamten Ladebedarfs auf Depots.

Öffentliche Ladepunkte bleiben dennoch vor allem für den Fernverkehr relevant. In kleineren Transitländern kann ihr Anteil am gesamten Ladebedarf laut Studie zwischen 30 und 50 Prozent liegen.

Damit sprechen sich die Autoren gegen eine einheitliche europäische Infrastrukturstrategie aus. Nationale und regionale Besonderheiten müssten stärker berücksichtigt werden.

Wenige Standorte bündeln einen großen Teil des Verbrauchs

Besonders auffällig ist die starke räumliche Konzentration. In vielen Ländern steht nur ein Prozent der betrachteten Standorte für rund ein Viertel bis ein Drittel des gesamten Ladestrombedarfs.

Die wichtigsten zehn Prozent der Standorte vereinen je nach Land zwischen 60 und 90 Prozent des nationalen Bedarfs auf sich. Besonders relevant sind große Güterverkehrskorridore, Autobahnkreuze, Ballungsräume, Industriezentren und Standorte mit hoher Logistikdichte.

Lokale Spitzenlasten erreichen bis zu 50 Megawatt

Die Konzentration hat direkte Folgen für die Stromnetze. In größeren Ländern mit starkem Güterverkehr erreichen besonders belastete Regionen lokale Spitzenlasten von häufig 20 bis 50 Megawatt.

Damit entstehen die größten Netzprobleme zunächst nicht flächendeckend, sondern punktuell an einzelnen Hotspots. Für Netzbetreiber und Politik wird es deshalb wichtiger, diese Standorte frühzeitig zu identifizieren und Kapazitäten gezielt auszubauen.

Autoren empfehlen priorisierten Netzausbau

Die Studie empfiehlt, den Ausbau der Ladeinfrastruktur auf jene Regionen zu konzentrieren, in denen hoher Bedarf besonders wahrscheinlich ist. Gleichzeitig sollen Netzausbaupläne flexibler und vorausschauender gestaltet werden.

Depotladen soll dabei als Rückgrat der Lkw-Elektrifizierung gefördert werden. Ergänzend sind entlang wichtiger Transitachsen gezielte öffentliche Ladeangebote notwendig, um den Fernverkehr abzudecken.

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