Immer mehr Menschen in Deutschland investieren am Kapitalmarkt. Nach Angaben des Deutschen Aktieninstituts legten 2025 mehr als 14 Millionen Menschen ihr Geld in Aktien, Aktienfonds oder ETFs an. Besonders Exchange Traded Funds (ETFs) gewinnen dabei über alle Bevölkerungsgruppen hinweg an Bedeutung. Eine aktuelle YouGov-Umfrage zeigt jedoch, dass viele Verbraucher die Anlageform nur eingeschränkt verstehen.
Nur jeder Achte kennt sich nach eigener Einschätzung sehr gut aus
Die Selbsteinschätzung der Befragten fällt insgesamt gemischt aus. 23 Prozent geben an, einen ETF eher gut erklären zu können. Dem stehen 22 Prozent gegenüber, die ihre Kenntnisse als eher nicht ausreichend bewerten.
Lediglich 12 Prozent trauen sich zu, einen ETF sehr gut zu beschreiben. 18 Prozent können dies nach eigener Aussage gar nicht gut, während weitere 18 Prozent angeben, überhaupt nicht zu wissen, was ein ETF ist.
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Jüngere Generationen fühlen sich deutlich sicherer
Vor allem jüngere Erwachsene schätzen ihr Wissen über ETFs höher ein. 18 Prozent der Generation Z und 17 Prozent der Millennials geben an, ETFs sehr gut erklären zu können. In der Generation X liegt dieser Anteil bei 11 Prozent, bei den Babyboomern und älteren Befragten lediglich bei 6 Prozent.
Gleichzeitig ist die Unsicherheit unter älteren Menschen deutlich größer. Ein Viertel der Boomer+ weiß nach eigener Aussage nicht, was ein ETF ist, weitere 24 Prozent können die Anlageform gar nicht gut erklären.
Geschlechterunterschiede beim Finanzwissen
Auch zwischen Männern und Frauen zeigen sich deutliche Unterschiede. 26 Prozent der Männer bewerten ihre ETF-Kenntnisse als eher gut, bei Frauen sind es 19 Prozent. Jeder fünfte Mann hält seine Kenntnisse sogar für sehr gut, während dies nur 4 Prozent der Frauen von sich sagen.
45 Prozent der Frauen schätzen ihre Kenntnisse als eher nicht gut oder gar nicht gut ein. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 36 Prozent. Zudem geben 23 Prozent der Frauen an, nicht zu wissen, was ein ETF ist. Bei den Männern sind es 13 Prozent.
Höheres Einkommen geht mit größerem ETF-Verständnis einher
Die Umfrage zeigt zudem einen deutlichen Zusammenhang zwischen Einkommen und selbst eingeschätztem Anlagewissen. In Haushalten mit niedrigerem Einkommen bewerten lediglich 22 Prozent ihre ETF-Kenntnisse als eher gut oder sehr gut. In der mittleren Einkommensgruppe steigt dieser Anteil auf 44 Prozent, bei Personen mit höherem Einkommen auf 65 Prozent.
Während nur 10 Prozent der einkommensstärkeren Befragten angeben, ETFs gar nicht gut erklären zu können, liegt dieser Wert bei Menschen mit niedrigerem Einkommen bei 23 Prozent. Mehr als ein Viertel dieser Gruppe weiß nach eigener Aussage zudem nicht, was ein ETF ist.
Beliebtheit wächst schneller als das Finanzwissen
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass ETFs zwar zunehmend Bestandteil der privaten Geldanlage sind, das Verständnis für die Anlageform jedoch nicht im gleichen Tempo wächst. Insbesondere ältere Menschen, Frauen und Haushalte mit geringerem Einkommen sehen bei ihren eigenen Kenntnissen weiterhin deutlichen Nachholbedarf.





