Die Europäische Union hat im Jahr 2025 ihren Handel mit Agrarprodukten weiter ausgebaut und erneut einen deutlichen Handelsüberschuss erzielt. Nach aktuellen Daten von Eurostat belief sich der Überschuss auf 24,7 Milliarden Euro. Sowohl Exporte als auch Importe legten im Vergleich zum Vorjahr zu, wobei die Einfuhren deutlich stärker wuchsen.
Insgesamt exportierte die EU Agrarprodukte im Wert von 238,2 Milliarden Euro, während die Importe auf 213,5 Milliarden Euro stiegen. Damit bleibt der Agrarhandel ein bedeutender Bestandteil des europäischen Außenhandels.
Importe wachsen stärker als Exporte
Im Vergleich zum Jahr 2024 stiegen die EU-Agrarexporte um 1,6 Prozent. Die Importe erhöhten sich dagegen deutlich stärker um 9,3 Prozent.
Langfristig zeigt sich eine anhaltende Expansion des europäischen Agrarhandels. Seit 2015 wuchsen die Exporte durchschnittlich um 4,4 Prozent pro Jahr, während die Importe jährlich um rund fünf Prozent zulegten.
Trotz des stärkeren Importwachstums konnte die EU ihren positiven Handelssaldo im Agrarsektor halten. Die Zahlen unterstreichen die weiterhin hohe Bedeutung europäischer Agrarprodukte auf den internationalen Märkten.
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Großbritannien bleibt wichtigster Exportmarkt
Wichtigster Abnehmer europäischer Agrarprodukte blieb 2025 das Vereinigte Königreich. Die Exporte dorthin erreichten einen Wert von 55,6 Milliarden Euro und machten damit 23,3 Prozent aller EU-Agrarausfuhren aus.
Auf Platz zwei folgen die Vereinigten Staaten mit einem Anteil von zwölf Prozent beziehungsweise 28,5 Milliarden Euro. Dahinter liegen die Schweiz und China.
Während sich die meisten Handelsbeziehungen im Vergleich zum Vorjahr nur leicht veränderten, ging der Anteil der USA an den EU-Agrarexporten leicht zurück. Hintergrund sind zusätzliche Zölle auf verschiedene Agrarprodukte.
Brasilien wichtigster Importpartner
Bei den Importen bleibt Brasilien der wichtigste Handelspartner der Europäischen Union. Agrarimporte aus Brasilien erreichten 2025 einen Wert von 18,2 Milliarden Euro und entsprachen damit 8,5 Prozent aller EU-Einfuhren in diesem Bereich.
Es folgen das Vereinigte Königreich, die Vereinigten Staaten und China als wichtigste Herkunftsländer.
Auffällig ist der Rückgang der Agrarimporte aus der Ukraine. Deren Anteil sank von 6,7 Prozent im Jahr 2024 auf 5,0 Prozent im Jahr 2025. Ursache dafür ist das Auslaufen besonderer Handelserleichterungen für ukrainische Agrarprodukte.
Geopolitik beeinflusst Handelsströme
Die aktuellen Handelsdaten zeigen, wie stark geopolitische Entwicklungen und handelspolitische Maßnahmen den Agrarsektor beeinflussen.
Neben neuen Zöllen auf Agrarprodukte wirkten sich auch veränderte Handelsabkommen und politische Unterstützungsmaßnahmen auf die Handelsströme aus. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach europäischen Agrarprodukten international hoch.
Für die Europäische Union bleibt der Agrarsektor damit ein zentraler Stabilitätsfaktor im Außenhandel. Trotz globaler Unsicherheiten und zunehmender handelspolitischer Spannungen konnte die EU ihre Position als einer der weltweit wichtigsten Akteure im Agrarhandel behaupten.




