Die Bevölkerung der Europäischen Union wird zunehmend älter. Zum 1. Januar 2025 erreichte laut Eurostat das Medianalter 44,9 Jahre – ein deutlicher Anstieg um 2,1 Jahre seit 2015. Damit liegt die Hälfte der EU-Bürger über diesem Wert, die andere Hälfte darunter. Zwischen den Mitgliedstaaten zeigen sich erhebliche Unterschiede: Während Irland mit 39,6 Jahren die jüngste Altersstruktur aufweist, führt Italien mit 49,1 Jahren die Liste der ältesten Bevölkerungen an.
Demografischer Wandel erfasst alle EU-Staaten
Der Alterungsprozess betrifft nahezu alle Länder der EU. Seit 2015 ist das Medianalter überall gestiegen – mit Ausnahme von Deutschland und Malta, die jeweils einen leichten Rückgang von 0,4 Jahren verzeichneten. Besonders ausgeprägt war die Alterung in der Slowakei und Zypern, wo das Medianalter innerhalb einer Dekade um 4 Jahre zulegte. In Italien betrug der Zuwachs 3,9 Jahre, gefolgt von Griechenland und Polen mit jeweils 3,8 Jahren.
Parallel dazu wuchs die Gesamteinwohnerzahl der EU 2025 auf geschätzte 450,6 Millionen Menschen. Der Anteil der über 65-Jährigen erreichte 22,0 Prozent – ein Anstieg um 2,9 Prozentpunkte innerhalb von zehn Jahren. Damit setzt sich ein Trend fort, der die Bevölkerungsstruktur Europas seit Jahrzehnten verändert.
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Rückgang des Anteils Jüngerer, zunehmende regionale Unterschiede
Der Anteil der Kinder im Alter von 0 bis 14 Jahren liegt EU-weit bei 14,4 Prozent. Die höchsten Werte verzeichnen Irland, Schweden und Frankreich, während Italien, Malta und Portugal die niedrigsten Kinderanteile aufweisen. Parallel dazu steigt in nahezu allen EU-Staaten die Quote älterer Menschen. Italien, Portugal und Bulgarien liegen mit über 24 Prozent klar an der Spitze, wohingegen Luxemburg, Irland und Zypern deutlich niedrigere Seniorenanteile haben.
Auch im Jahresvergleich zeigt sich der demografische Druck: In 26 EU-Ländern nahm 2025 der Anteil der älteren Bevölkerung weiter zu, während Deutschland und Luxemburg als einzige Staaten einen konstanten Anteil an Kindern verzeichneten.
Arbeitskräftepotenzial schrumpft weiter
Die Verschiebung der Altersstruktur wirkt sich zunehmend auf das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Ruheständlern aus. Der sogenannte Altenquotient – also die Zahl der Menschen ab 65 Jahren im Verhältnis zur Bevölkerung im Alter von 15 bis 64 Jahren – lag 2025 bei 34,5 Prozent. Das bedeutet, dass auf jeden älteren Menschen im Schnitt gut drei Personen im arbeitsfähigen Alter kommen. In Ländern wie Italien, Bulgarien und Portugal fallen diese Relationen besonders ungünstig aus, während Luxemburg und Irland vergleichsweise günstige Strukturen aufweisen.
Der Trend ist eindeutig: Sowohl der Altenquotient als auch der gesamte Abhängigkeitsquotient steigen seit Jahren. Zwischen 2015 und 2025 legte der Altenquotient EU-weit um 5,5 Prozentpunkte zu, der Gesamtquotient kletterte auf 57,1 Prozent. Damit kommen weniger als zwei Erwerbstätige auf jede abhängige Person.
Bevölkerungsprojektionen zeigen weitere Alterung bis 2100
Die langfristigen Prognosen verstärken das Bild eines alternden Kontinents. Eurostat erwartet, dass die EU-Bevölkerung noch bis 2026 leicht wachsen und danach bis 2100 auf 419,5 Millionen sinken wird. Die Bevölkerungspyramide verändert sich dabei grundlegend: Die geburtenstarken Jahrgänge rücken weiter ins Rentenalter, während die Basis der Pyramide durch niedrige Geburtenraten schrumpft.
Bis zum Jahr 2100 soll der Anteil der über 80-Jährigen von aktuell 6,2 Prozent auf 15,3 Prozent steigen. Ebenso wird der Anteil der über 65-Jährigen auf 32,5 Prozent anwachsen. Gleichzeitig wird die Gruppe der Erwerbstätigen abnehmen, was zu einem fast doppelt so hohen Altenquotient führen dürfte – von 34,5 Prozent im Jahr 2025 auf voraussichtlich 59,7 Prozent im Jahr 2100. Auch das Medianalter der EU-Bevölkerung wird im gleichen Zeitraum weiter klettern und 2100 voraussichtlich 50,2 Jahre erreichen.
Herausforderungen für Wirtschaft und Sozialsysteme
Der demografische Wandel wird Europa langfristig prägen. Sinkende Geburtenzahlen und steigende Lebenserwartung belasten die sozialen Sicherungssysteme und verändern die Dynamik des Arbeitsmarkts. Weniger Erwerbstätige müssen zunehmend mehr ältere Menschen finanzieren, was sowohl Rentensysteme als auch Gesundheits- und Pflegeinfrastrukturen vor wachsende Herausforderungen stellt. Für Politik und Wirtschaft bleibt die Bewältigung dieser strukturellen Verschiebungen eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahrzehnte.


