Die EU-Kommission hat am 28. August 2025 zwei Gesetzesvorschläge vorgelegt, mit denen das jüngste transatlantische Handelsabkommen vom 21. August schrittweise umgesetzt werden soll. Die Maßnahmen sollen den Weg für eine Zollsenkung der USA zugunsten der europäischen Automobilbranche ebnen – rückwirkend zum 1. August.
Mit dem Paket will Brüssel die Voraussetzungen schaffen, um in Abschnitt 1 der EU-US-Gemeinsamen Erklärung festgelegte Zollsenkungen auf EU-Seite gesetzlich zu verankern. Im Gegenzug verpflichten sich die USA, die Importzölle auf EU-Fahrzeuge und Fahrzeugteile von bislang 27,5 % auf 15 % zu senken. Die Neuregelung soll bereits ab dem 1. August 2025 gelten und würde der europäischen Autoindustrie allein im ersten Monat rund 500 Millionen Euro an Zollkosten ersparen.
Marktzugang für US-Produkte
Neben dem Automobilsektor sind auch weitere Handelsbereiche betroffen. Ein erster Gesetzesvorschlag sieht vor, Zölle auf bestimmte US-Industriegüter zu streichen und ausgewählten US-Agrarprodukten – darunter Meeresfrüchte – einen bevorzugten Marktzugang in der EU zu gewähren. Der zweite Vorschlag betrifft die Verlängerung des zollfreien Imports von Hummer, künftig auch in verarbeiteter Form.
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Abbau weiterer Handelsbarrieren geplant
Darüber hinaus will die EU mit den USA auch weiterhin über die Reduzierung gegenseitiger Handelshemmnisse verhandeln. Ziel ist ein umfassenderes EU-US-Abkommen für einen fairen und ausgeglichenen Handel. Bereits ab 1. September sollen auf beiden Seiten zudem MFN-Zölle (Meistbegünstigtenzölle) auf ausgewählte Produkte wie Kork, Flugzeuge und deren Bauteile sowie generische Arzneimittel samt Vorstufen auf null oder nahe null gesenkt werden.
Stärkung der transatlantischen Handelsbeziehungen
Die EU-Kommission betont, dass das neue Maßnahmenpaket dem transatlantischen Handel wieder mehr Stabilität und Berechenbarkeit verleihen soll – zum Vorteil von Unternehmen, Beschäftigten und Verbrauchern auf beiden Seiten. Die Handelsbeziehungen zwischen der EU und den USA gehören zu den weltweit bedeutendsten: Allein 2024 erreichte das bilaterale Handelsvolumen über 1,6 Billionen Euro.


