Die weltweiten Börsengänge bleiben 2026 von Zurückhaltung bei der Zahl der Transaktionen, aber deutlich höheren Emissionsvolumina geprägt. Nach dem aktuellen IPO-Barometer von EY gingen im dritten Quartal 367 Unternehmen an die Börse und damit nahezu so viele wie im Vorjahreszeitraum. Das Platzierungsvolumen stieg zugleich um 79 Prozent auf 93,3 Milliarden US-Dollar.
Rekordvolumen trotz weniger Börsengängen
In den ersten neun Monaten 2026 summierte sich die Zahl der IPOs weltweit auf 888 und lag damit unter dem Vorjahreswert von 922. Das Emissionsvolumen erreichte jedoch 287,5 Milliarden US-Dollar und damit laut EY einen Rekord.
Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht das einem Plus von rund 151 Prozent. Ausschlaggebend waren mehrere sehr große Transaktionen, darunter das Listing von SK Hynix an der Nasdaq mit 26,5 Milliarden US-Dollar.
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China und Europa legen deutlich zu
China verzeichnete im dritten Quartal 79 Börsengänge und damit mehr als im Vorjahr. Das Emissionsvolumen stieg auf 43,1 Milliarden US-Dollar. Seit Jahresbeginn wurden 242 IPOs mit insgesamt 85,7 Milliarden US-Dollar registriert.
Auch Europa entwickelte sich positiv. Im dritten Quartal kamen 45 Neuemissionen zusammen, nach 24 im Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn zählt EY 99 Börsengänge mit einem Volumen von 11,8 Milliarden US-Dollar.
USA mit weniger IPOs, aber deutlich höherem Volumen
In den USA sank die Zahl der Börsengänge im dritten Quartal von 65 auf 24. Gleichzeitig stieg das Emissionsvolumen um 122 Prozent auf 35 Milliarden US-Dollar.
Für die ersten neun Monate stehen 96 Börsengänge zu Buche, 45 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Das Emissionsvolumen stieg dagegen um 395 Prozent auf 163 Milliarden US-Dollar.
Deutschland kommt auf acht Neuzugänge
In Deutschland gab es im dritten Quartal zwei Börsengänge. Größter Neuzugang war die SMAG Mobile Antenna Masts AG mit einem Emissionsvolumen von knapp 130 Millionen Euro, hinzu kam der Börsengang der Helios Solar AG.
Seit Jahresbeginn kommt Deutschland damit auf acht IPOs nach fünf im Vorjahreszeitraum. Das Platzierungsvolumen liegt bei rund 935 Millionen Euro. EY rechnet im vierten Quartal mit weiteren Börsengängen.
Technologie und Industrie bleiben gefragt
Besonders gefragt sind Unternehmen aus Technologie und Advanced Manufacturing. Im dritten Quartal entfielen rund 75 Prozent des weltweiten Platzierungsvolumens auf diese beiden Bereiche.
EY sieht vor allem Geschäftsmodelle mit Bezug zu kritischer Infrastruktur, Energie, künstlicher Intelligenz, Robotik und Verteidigung im Fokus der Investoren. Für das Schlussquartal bleibt der Ausblick vorsichtig positiv, wobei Timing, Bewertung, Zinsen und geopolitische Risiken entscheidend bleiben.




