Unternehmen im Euroraum wollen ihre geplanten Investitionen in künstliche Intelligenz überwiegend aus eigenen Mitteln finanzieren. Laut einer Auswertung der EZB-Befragung SAFE rechnen 72 Prozent der Firmen mit KI-Investitionsplänen damit, Cashflow oder einbehaltene Gewinne einzusetzen. Externe Finanzierungsquellen spielen dagegen meist nur eine ergänzende Rolle.
KI-Tools und Weiterbildung stehen im Fokus
49 Prozent der befragten Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten in KI-Technologien und entsprechende Werkzeuge investieren. Fast ebenso wichtig ist die Qualifizierung der Belegschaft: 46 Prozent planen Ausgaben für Schulungen und Weiterbildung.
40 Prozent nennen Dateninfrastruktur als Investitionsfeld, während lediglich 12 Prozent die Einstellung von KI-Spezialisten vorsehen. Größere Unternehmen investieren über alle Kategorien hinweg häufiger als kleinere Betriebe.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
72 Prozent setzen auf interne Finanzierung
Eigene Mittel sind mit deutlichem Abstand die wichtigste Finanzierungsquelle. 72 Prozent der Unternehmen mit geplanten KI-Investitionen wollen dafür interne Ressourcen wie laufenden Cashflow oder zurückbehaltene Gewinne nutzen.
Bankkredite, Fördermittel und Leasing kommen jeweils auf 16 Prozent. Eigenkapital und Venture Capital werden lediglich von 6 Prozent genannt, Schuldverschreibungen spielen mit 1 Prozent praktisch keine Rolle. 18 Prozent hatten sich zum Befragungszeitpunkt noch auf keine Finanzierungsform festgelegt.
Externe Finanzierung bleibt Ergänzung
Die meisten Firmen wollen für ihre KI-Investitionen nur ein Finanzierungsinstrument einsetzen. Auch dabei dominieren interne Mittel deutlich.
Wer mehrere Quellen kombiniert, verbindet in der Regel Eigenmittel mit Bankkrediten, Leasing, Zuschüssen oder Eigenkapital. Kombinationen, die ausschließlich auf externen Finanzierungsquellen beruhen, sind deutlich seltener.
Sachwerte erleichtern Zugang zu Kapital
Wie stark Unternehmen externe Mittel einsetzen, hängt laut EZB wesentlich von der Art der Investition ab. Hardware, KI-Technologien und Dateninfrastruktur lassen sich teilweise als werthaltige Vermögenswerte nutzen und bieten Kreditgebern eher Sicherheiten.
Firmen mit Investitionen in KI-Technologien oder Dateninfrastruktur weisen jeweils eine um 16 Prozentpunkte höhere Wahrscheinlichkeit auf, interne und externe Finanzierung miteinander zu verbinden. Bei der Einstellung von KI-Spezialisten beträgt dieser Effekt lediglich 9 Prozentpunkte.
Weiterbildung ist schwieriger extern zu finanzieren
Investitionen in Mitarbeiterqualifizierung unterscheiden sich deutlich von Ausgaben für Hardware oder Infrastruktur. Schulungen schaffen zwar langfristige Kompetenzen, lassen sich jedoch nicht als klassische Kreditsicherheit verwenden.
Die EZB sieht darin ein mögliches strukturelles Problem für die Finanzierung der KI-Transformation. Eine starke Abhängigkeit von Eigenmitteln könnte insbesondere die Geschwindigkeit und Größenordnung von Investitionen in immaterielle Bereiche wie Personal, Know-how und Weiterbildung begrenzen.





