Die Fielmann Group hat eine Woche vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen ihre Erwartungen für das Geschäftsjahr 2026 nach unten angepasst. Ausschlaggebend ist die anhaltend schwache Konsumstimmung in Deutschland, die das Kaufverhalten der Verbraucher weiterhin belastet. Da der deutsche Markt rund 60 Prozent des Konzernumsatzes ausmacht, wirkt sich die verhaltene Nachfrage unmittelbar auf die Geschäftsentwicklung aus. Trotz der reduzierten Prognose hält das Unternehmen an seinen langfristigen Wachstumszielen fest und rechnet im zweiten Halbjahr mit einer Belebung des Geschäfts.
Schwache Nachfrage belastet wichtigste Absatzregion
Nach Angaben des Unternehmens bleibt die wirtschaftliche Erholung in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Die Unsicherheit der privaten Haushalte sowie niedrige Konsumklimaindikatoren führen dazu, dass Verbraucher größere Anschaffungen weiterhin zurückstellen. Für Fielmann ist diese Entwicklung besonders relevant, da Deutschland unverändert der mit Abstand wichtigste Einzelmarkt des Konzerns ist.
Vor diesem Hintergrund erwartet das Unternehmen für 2026 nun einen Konzernumsatz zwischen 2,50 und 2,55 Milliarden Euro. Bislang war Fielmann von Erlösen zwischen 2,55 und 2,60 Milliarden Euro ausgegangen. Das prognostizierte Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr reduziert sich damit auf zwei bis fünf Prozent, nachdem zuvor ein Plus von fünf bis sieben Prozent erwartet worden war.
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Kostendisziplin soll geringere Dynamik ausgleichen
Trotz der vorsichtigeren Umsatzprognose sieht der Vorstand die Ertragskraft des Unternehmens grundsätzlich nicht gefährdet. Nach Unternehmensangaben sollen die Auswirkungen des langsameren Wachstums durch eine verbesserte Kostenbasis sowie konsequente Kostendisziplin weitgehend abgefedert werden.
Allerdings passt Fielmann auch seine Profitabilitätsziele an. Die bereinigte EBITDA-Marge soll nun zwischen 22 und 23 Prozent liegen, nachdem bislang rund 23 Prozent erwartet worden waren. Das bereinigte EBITDA wird nun in einer Spanne von 560 bis 580 Millionen Euro prognostiziert. Zuvor hatte das Unternehmen mit 590 bis 610 Millionen Euro gerechnet.
Auch beim bereinigten Ergebnis vor Steuern (EBT) wird der Ausblick vorsichtiger. Statt einer Marge zwischen zwölf und 13 Prozent erwartet der Vorstand nun eine bereinigte EBT-Marge von rund zwölf Prozent. Entsprechend dürfte sich auch das bereinigte EBT unterhalb der bisherigen Erwartungen entwickeln.
Internationale Märkte gewinnen weiter an Bedeutung
Während das Deutschlandgeschäft unter der schwachen Konsumnachfrage leidet, entwickeln sich die internationalen Aktivitäten weiterhin positiv. Nach Einschätzung des Unternehmens leisten die Auslandsmärkte einen zunehmend wichtigen Beitrag zum Konzernwachstum und stärken das global diversifizierte Geschäftsmodell.
Für die zweite Jahreshälfte rechnet Fielmann mit einer Beschleunigung des Umsatzwachstums. Impulse sollen insbesondere aus der weiteren Expansion, zusätzlichen Personalkapazitäten sowie Produktivitätssteigerungen kommen. Dadurch erwartet der Vorstand eine Verbesserung der Geschäftsentwicklung gegenüber dem ersten Halbjahr.
Langfristige Wachstumstreiber bleiben unverändert
An den langfristigen Perspektiven hält das Unternehmen trotz der gesenkten Prognose fest. Fielmann verweist auf strukturelle Entwicklungen, die den Bedarf an Sehkorrekturen weiter erhöhen dürften. Dazu zählen vor allem der demografische Wandel sowie die zunehmende Verbreitung von Kurzsichtigkeit, insbesondere bei jüngeren Generationen.
Diese Trends bilden nach Einschätzung des Unternehmens weiterhin die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Deshalb sieht der Vorstand die aktuelle Prognoseanpassung als Reaktion auf das kurzfristig schwierige Konsumumfeld und nicht als Veränderung der langfristigen Geschäftsperspektiven.






