Nach fast 100 Jahren stellt das Traditionsunternehmen Flamme Küchen und Möbel mit Sitz in Bremen seinen Betrieb ein. Bis 2026 sollen alle sechs Filialen in Deutschland geschlossen werden – betroffen sind rund 300 Arbeitsplätze. Bereits im laufenden Jahr schließt das Stammhaus in Bremen dauerhaft seine Türen, wie der Weser-Kurier gestern berichtet.
Vom Holzhandel zum Möbelanbieter
Gegründet wurde das Unternehmen im Jahr 1929 von Friedrich A. Flamme. Ursprünglich als regionaler Holzhandel gestartet, entwickelte sich Flamme über die Jahrzehnte hinweg zu einem überregional tätigen Händler für Möbel und Küchen. Filialen in Berlin, Frankfurt am Main, Fürth, München und ein SofaLoft in Hannover erweiterten das Portfolio. In Spitzenzeiten verkaufte das Unternehmen jährlich rund 3.000 Küchen und zählte zu den etablierten Mittelständlern der Branche.
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Ursachen der Schließung
Laut Geschäftsführerin Tina Flamme sei die Entscheidung zur Betriebseinstellung nach eingehender Prüfung verschiedenster Faktoren gefallen – wirtschaftlicher, politischer und persönlicher Natur. Auch wenn kein einzelner Grund überwiege, sieht die Branche die Ursachen in steigenden Kosten, dem veränderten Konsumverhalten und dem zunehmenden Druck durch Onlinehändler und große Möbelketten. Bereits im Standort Fürth laufen Räumungsverkäufe, was auf sinkende Nachfrage schließen lässt.
Auswirkungen auf Mitarbeiter und Handel
Die Schließung bedeutet für rund 300 Beschäftigte eine ungewisse berufliche Zukunft. Zwar könnten arbeitsmarktpolitische Programme beim Übergang helfen, die konkrete Abwicklung liegt jedoch in der Verantwortung der Geschäftsleitung. Ein bundeseinheitlicher Schließungstermin wurde bislang nicht kommuniziert.
Der Rückzug von Flamme steht exemplarisch für die strukturellen Herausforderungen im stationären Möbelhandel. Mittelständler geraten zunehmend unter Druck, wenn digitale Strategien oder externe Kapitalgeber fehlen. Das Aus von Flamme unterstreicht einmal mehr, wie tiefgreifend sich der Einzelhandel in Deutschland wandelt.


