Der Schuhhersteller Gabor aus Rosenheim hat einen neuen Eigentümer: Die Beteiligungsgesellschaft Arklyz mit Sitz im schweizerischen Stans hat den Traditionsbetrieb vollständig übernommen. Der Kaufpreis wurde nicht bekannt gegeben. Wie Arklyz laut Schuhkurier mitteilt, wurden alle erforderlichen Genehmigungen für die Übernahme erteilt. Die Marke Gabor bleibt erhalten, ebenso das bestehende Management – ein klares Signal der Kontinuität in einem sich wandelnden Markt.
Strategische Erweiterung im europäischen Schuhmarkt
Arklyz baut mit dem Erwerb, der bereits im Oktober bekanntgeworden ist, seine Position im europäischen Schuhsegment weiter aus. Das 2018 gegründete Unternehmen investiert gezielt in Marken aus den Bereichen Sport, Bekleidung und Schuhe und verfolgt eine langfristig orientierte Strategie. Bereits 2022 übernahm Arklyz die Herrenschuhmarke Lloyd aus Niedersachsen – nun folgt mit Gabor ein führender Anbieter im Damenschuhbereich. Branchenkenner sehen in der Akquisition eine strategisch passende Ergänzung: Während Lloyd den Herrenmarkt bedient, deckt Gabor die weibliche Zielgruppe ab – Arklyz formt damit eine diversifizierte Plattform im Footwear-Segment.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gabor bleibt Marke mit Tradition und europäischer Fertigung
Gabor blickt auf über 100 Jahre Firmengeschichte zurück. Gegründet 1919 im heutigen Polen, verlegte das Unternehmen 1966 seinen Sitz nach Rosenheim. Heute produziert Gabor größtenteils in eigenen Fabriken in der Slowakei und in Portugal – ein gängiges Modell in der Branche, das auch künftig beibehalten werden soll. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen nur rund 14 % seiner Belegschaft: Von insgesamt 2.630 Mitarbeitenden arbeiteten zuletzt 366 in der Bundesrepublik.
Im Geschäftsjahr 2023 erzielte Gabor einen Umsatz von 282 Millionen Euro bei einem Nettogewinn von 13,4 Millionen Euro. Mit Arklyz an der Seite könnte das Unternehmen nun von zusätzlichem Kapital und Synergieeffekten innerhalb der Investorengruppe profitieren – etwa durch Investitionen in die Markenentwicklung oder eine stärkere internationale Ausrichtung. Für Handelspartner, Mitarbeitende und den Standort Rosenheim bedeutet die Übernahme vor allem eines: Stabilität unter neuen Vorzeichen.




