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Gallup-Report zeigt Führungsdefizite in deutschen Unternehmen

Händer mehrerer Menschen über einem Schreibtisch übereinander gelegt
Foto: Pexels

Key takeaways

Die emotionale Mitarbeiterbindung in Deutschland bleibt laut Gallup Engagement Index 2025 auf niedrigem Niveau. Nur zehn Prozent der Beschäftigten fühlen sich ihrem Arbeitgeber stark verbunden. Gleichzeitig wächst die Sorge vor Jobverlust durch KI, während viele Arbeitnehmer ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin positiv einschätzen.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die emotionale Bindung von Beschäftigten an ihre Arbeitgeber in Deutschland bleibt schwach ausgeprägt. Das zeigt der neue Gallup Engagement Index Deutschland 2025. Zwar konnte der starke Rückgang des Vorjahres gestoppt werden, doch mit nur zehn Prozent emotional hoch gebundener Mitarbeitender bleibt das Niveau weiterhin sehr niedrig.

Mehrheit arbeitet im „Energiesparmodus“

Nach den aktuellen Ergebnissen fühlen sich 77 Prozent der Beschäftigten ihrem Arbeitgeber nur gering emotional verbunden. Diese Gruppe erledigt ihre Aufgaben zwar zuverlässig, bringt sich jedoch kaum über das erforderliche Maß hinaus ein. Der Anteil der emotional hoch Gebundenen liegt mit zehn Prozent leicht über dem Vorjahreswert von neun Prozent, bleibt aber deutlich unter früheren Niveaus.

Weitere 13 Prozent der Beschäftigten gelten als innerlich gekündigt. Diese geringe oder fehlende Bindung verursacht laut Studie erhebliche wirtschaftliche Folgen. Für das Jahr 2025 schätzt Gallup die daraus resultierenden Produktivitätsverluste für die deutsche Wirtschaft auf bis zu 142 Milliarden Euro.

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Führungsqualität entscheidender Faktor

Nach Einschätzung der Studienautoren liegt die Ursache der schwachen Bindung weniger in der allgemeinen Arbeitszufriedenheit als vielmehr in Defiziten bei der Führungskultur. Nur ein sehr kleiner Teil der Beschäftigten gibt an, mit seinem Arbeitgeber grundsätzlich unzufrieden zu sein.

Vielmehr entscheiden laut Studie vor allem direkte Führungskräfte darüber, ob Mitarbeitende sich eingebunden und motiviert fühlen. Werden Beschäftigte nicht ausreichend gefördert, wahrgenommen oder inspiriert, erledigen sie ihre Aufgaben zwar weiterhin, zeigen jedoch weniger Eigeninitiative und Engagement.

Beschäftigte wünschen sich mehr Stabilität

Trotz der geringen emotionalen Bindung zeigt sich ein wachsender Wunsch nach Stabilität im Arbeitsverhältnis. Der Anteil der Beschäftigten, die sicher davon ausgehen, auch in einem Jahr noch bei ihrem aktuellen Arbeitgeber tätig zu sein, ist von 50 auf 56 Prozent gestiegen.

Auch mittelfristig nimmt die Bleibeabsicht wieder leicht zu. Vier von zehn Beschäftigten können sich vorstellen, auch in drei Jahren noch im selben Unternehmen zu arbeiten.

Bindung senkt Krankenstand

Eine starke emotionale Bindung wirkt sich laut Studie auch auf Fehlzeiten aus. Beschäftigte ohne Bindung waren im Jahr 2025 durchschnittlich 9,7 Tage krank, während hoch gebundene Mitarbeitende im Schnitt nur 5,7 Krankheitstage aufwiesen.

Für Unternehmen kann dieser Unterschied erhebliche Kosten verursachen. Jeder Krankheitstag schlägt im Durchschnitt mit rund 347 Euro zu Buche.

Sorge vor Jobverlust durch KI wächst

Parallel dazu steigt die Unsicherheit im Hinblick auf den Einfluss künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt. Jeder sechste Beschäftigte hält es inzwischen für wahrscheinlich, dass der eigene Arbeitsplatz innerhalb der nächsten fünf Jahre durch KI gefährdet sein könnte.

Gleichzeitig verbreitet sich der Einsatz entsprechender Technologien schnell in den Unternehmen. Zwei Drittel der Befragten geben an, dass KI bereits in ihrem Arbeitsumfeld eingesetzt wird, und fast die Hälfte nutzt sie regelmäßig.

Gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten schätzen viele Beschäftigte ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt weiterhin positiv ein. Insgesamt 74 Prozent gehen davon aus, im Falle eines Jobverlusts gute oder sehr gute Möglichkeiten zu haben, eine neue Stelle zu finden.

Diese Zuversicht wird unter anderem durch Fachkräftemangel und demografische Entwicklungen gestützt, da in den kommenden Jahren viele Beschäftigte der Babyboomer-Generation in den Ruhestand gehen.

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