Geox hat seinen Industrieplan für die Jahre 2027 bis 2029 aktualisiert und neue Finanzziele beschlossen. Für 2026 erwartet der italienische Schuh- und Bekleidungskonzern einen Umsatz von 540 bis 545 Millionen Euro und eine bereinigte EBIT-Marge von drei bis vier Prozent. Das laufende Jahr soll zugleich die Phase der strategischen Neuausrichtung und operativen Verbesserung abschließen.
Bis 2029 soll der Umsatz auf 640 bis 650 Millionen Euro steigen. Für den Zeitraum von 2026 bis 2029 kalkuliert Geox mit einem durchschnittlichen jährlichen Wachstum von fünf bis sechs Prozent und einer EBIT-Marge von sechs bis sieben Prozent. Gleichzeitig sollen rund 50 Millionen Euro investiert und die Verschuldung deutlich zurückgeführt werden.
Geox setzt auf Wachstum bei höherer Marge
Für 2027 stellt der Konzern Erlöse zwischen 545 und 555 Millionen Euro in Aussicht, 2028 sollen 590 bis 600 Millionen Euro erreicht werden. Parallel soll sich die EBIT-Marge schrittweise von drei bis vier Prozent im Jahr 2027 auf vier bis fünf Prozent 2028 und schließlich sechs bis sieben Prozent 2029 verbessern.
Die Nettofinanzposition vor IFRS 16 und Fair-Value-Anpassungen bei Sicherungsinstrumenten soll sich ebenfalls verbessern. Für 2026 und 2027 rechnet Geox noch mit 40 bis 50 Millionen Euro, für 2028 mit 30 bis 40 Millionen Euro und zum Ende des Planungszeitraums mit 20 bis 30 Millionen Euro.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Technologie und Design rücken stärker ins Zentrum
Strategisch will Geox Technologie stärker als Kernelement seiner Positionierung nutzen und zugleich deutlich in Design investieren. Die kreative Leitung wurde einem erneuerten internationalen Designstudio übertragen, dessen Handschrift erstmals in der Frühjahr-/Sommerkollektion 2027 sichtbar werden soll. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Damenkollektion und einer stärkeren Nutzung des Markenarchivs.
Die Marke soll stärker als „Well-Tech“-Anbieter positioniert werden. Zugleich plant Geox, den Marketing-Mix zugunsten der Verbreitung von Inhalten zu verschieben, Einkaufs- und Absatzplanung neu zu strukturieren und die Zeit bis zur Markteinführung zu verkürzen. Auch die Ready-to-Wear-Linie soll als Bestandteil eines umfassenderen Produktökosystems ausgebaut werden.
Direktvertrieb und Onlinegeschäft sollen effizienter werden
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Direct-to-Consumer-Geschäft. Geox will die operative Leistung der eigenen Vertriebskanäle verbessern und CRM-Maßnahmen stärker nutzen, um zusätzliche Kundenfrequenz in den Filialen zu erzeugen und das Onlinegeschäft schneller auszubauen.
Ergänzend sollen Produktqualität, Preis-Leistungs-Verhältnis und die Entwicklung stärker wiedererkennbarer Produkte verbessert werden. Die Kollektionen sollen vereinfacht und ESG-Themen stärker in Strategie und Unternehmenskultur integriert werden. Die bisherigen Prognosen für 2026 und die Folgejahre wurden durch den neuen Plan ersetzt.
Refinanzierung wird technisch angepasst
Parallel zum Industrieplan hat Geox die Umsetzung seines bestehenden Refinanzierungsplans angepasst. Vorgesehen bleibt eine Gesamtzuführung von 60 Millionen Euro, die sich aus der Kapitalerhöhung von 2025, der Ausübung der Geox-Warrants 2025-2026 und einem möglichen Restbetrag zusammensetzt. Die erste Kapitalerhöhung brachte im Juni 2025 knapp 29,94 Millionen Euro ein.
Falls nach Ablauf der Warrant-Frist am 30. September 2026 noch ein Betrag bis zur Marke von 60 Millionen Euro fehlt, soll dieser künftig nicht mehr als nachrangiges Gesellschafterdarlehen bestehen bleiben. Stattdessen soll der Mehrheitsaktionär LIR den Restbetrag bis zum 15. Oktober 2026 für eine reservierte Kapitalerhöhung bereitstellen.
LIR könnte weitere Aktien zu 0,342 Euro zeichnen
Für eine mögliche reservierte Kapitalerhöhung ist ein Bezugspreis von 0,342 Euro je Aktie vorgesehen. Dieser entspricht dem Ausübungspreis der Warrants und soll laut Geox sicherstellen, dass LIR keine günstigeren Konditionen erhält als andere Warrant-Inhaber. Die endgültige Höhe richtet sich nach dem Betrag, der nach Abschluss der Ausübungsperiode noch bis zu den vereinbarten 60 Millionen Euro fehlt.
Die Anpassung verändert nach Unternehmensangaben weder den gesamten Finanzierungsbedarf noch die Prognosen des neuen Industrieplans. Da LIR der kontrollierende Aktionär ist, wurde die Änderung als bedeutende Transaktion mit nahestehenden Parteien eingestuft und von einem unabhängigen Ausschuss geprüft, der eine positive Stellungnahme abgab.




