Die Verbraucherstimmung in Deutschland hat sich zum Beginn des Oktobers 2026 deutlich verschlechtert. Das HDE-Konsumbarometer fällt gegenüber dem Vormonat um 1,19 Punkte auf 93,51 Punkte und liegt damit zugleich klar unter dem Vorjahresniveau. Die Hoffnung auf eine spürbare Belebung des privaten Konsums im letzten Quartal erhält damit einen Dämpfer.
Anschaffungsneigung fällt auf 84,15 Punkte
Besonders schwach entwickelt sich die Bereitschaft der Verbraucher zu größeren Anschaffungen. Der entsprechende Teilindikator sinkt gegenüber September um 2,32 Punkte auf 84,15 Punkte und liegt damit 3,78 Punkte unter dem Wert des Vorjahresmonats.
Die Zurückhaltung schlägt sich allerdings nicht in einer deutlich höheren Sparbereitschaft nieder. Der invers berechnete Sparindikator steigt auf 110,93 Punkte, was darauf hindeutet, dass die Befragten ihre Sparanstrengungen in den kommenden Wochen nicht weiter ausweiten wollen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Einkommenserwartungen verschlechtern sich
Ein wesentlicher Grund für die schwächere Konsumstimmung sind die sinkenden Einkommenserwartungen. Der entsprechende Index geht um 1,91 Punkte auf 97,28 Punkte zurück und liegt damit 3,42 Punkte unter dem Niveau von Oktober 2025.
Nach Einschätzung der Studienautoren belasten vor allem gestiegene Energie- und Kraftstoffkosten die verfügbaren Budgets der Haushalte. Dadurch bleibt weniger finanzieller Spielraum für andere Konsumausgaben.
Verbraucher sehen Konjunktur skeptischer als Unternehmen
Während Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Wachstumsprognosen für Deutschland angehoben haben und auch Unternehmensindikatoren zuletzt positiver ausfielen, teilen Verbraucher diesen Optimismus bislang nicht. Die Konjunkturerwartungen sinken im Oktober um 1,35 Punkte auf 76,97 Punkte.
Das steht im Kontrast zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Mehrere Institute rechnen für 2026 inzwischen mit einem realen BIP-Wachstum von mehr als einem Prozent, nachdem die Prognosen im Sommer noch deutlich niedriger lagen.
Höhere Inflation und Zinsen belasten zusätzlich
Auch die Erwartungen an Preise und Zinsen entwickeln sich aus Sicht der Verbraucher ungünstig. Der Index für die Preiserwartungen sinkt auf 88,97 Punkte, was aufgrund seiner inversen Konstruktion bedeutet, dass die Befragten mit weiter steigender Inflation rechnen.
Noch stärker fällt die Veränderung bei den Zinserwartungen aus. Der Teilindikator sinkt um 5,47 Punkte auf 97,13 Punkte und erreicht damit den niedrigsten Stand seit Ende 2023.
Schwächerer Ausblick für das Weihnachtsgeschäft
Für den Handel verschlechtert sich damit der Ausblick auf das Schlussquartal. Da das HDE-Konsumbarometer nicht das aktuelle Kaufverhalten, sondern die Erwartungen für die kommenden drei Monate abbildet, deutet die aktuelle Entwicklung auf eine weiterhin verhaltene Nachfrage hin.
Das Barometer wird monatlich vom Handelsblatt Research Institute im Auftrag des HDE erstellt und basiert auf einer Befragung von rund 1.600 Personen. Im Fokus stehen unter anderem Anschaffungs- und Sparneigung, Einkommenserwartungen sowie Einschätzungen zu Preisen, Zinsen und Konjunktur.




