Angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Schwäche in Deutschland warnt der Handelsverband Deutschland (HDE) vor zusätzlichen steuerlichen Belastungen für Unternehmen und Verbraucher. Aus Sicht des Verbandes müssen finanz- und steuerpolitische Maßnahmen konsequent darauf ausgerichtet werden, Wachstum zu fördern und die Konjunktur zu stabilisieren.
Steuererhöhungen als Risiko für Wachstum und Konsum
Der HDE sieht Steuererhöhungen grundsätzlich kritisch – unabhängig davon, ob sie Unternehmen oder Verbraucher betreffen. Höhere Abgaben auf Arbeits- und Kapitaleinkommen könnten Investitionen bremsen und das wirtschaftliche Wachstum schwächen. Gleichzeitig würden steigende Verbrauchssteuern den privaten Konsum zusätzlich belasten und die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen.
Gerade in einem Umfeld geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Stagnation sei der Konsum bereits deutlich zurückhaltend. Zusätzliche Belastungen könnten diese Entwicklung weiter verstärken.
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Fokus auf Ausgabenseite des Staates
Statt über höhere Steuern zu diskutieren, fordert der Verband eine stärkere Konzentration auf die staatlichen Ausgaben. Zur Konsolidierung des Bundeshaushalts seien gezielte Einsparungen notwendig. Insbesondere bestehende Subventionen und Finanzhilfen sollten überprüft und gegebenenfalls reduziert werden.
Nach Ansicht des HDE liegt hier ein zentraler Hebel, um die öffentlichen Finanzen zu stabilisieren, ohne die wirtschaftliche Dynamik zusätzlich zu belasten.
Entlastung bei Einkommensteuer im Mittelpunkt
Ein zentraler Punkt der Forderungen ist eine spürbare Entlastung bei der Einkommensteuer. Der Verband spricht sich für eine Abflachung des Tarifs aus, von der nicht nur niedrige Einkommen profitieren sollen, sondern insbesondere auch die breite Mittelschicht sowie Personenunternehmen.
Da die Einkommensteuer für viele mittelständische Betriebe eine wesentliche Unternehmenssteuer darstellt, sieht der HDE hierin einen wichtigen Ansatzpunkt zur Förderung von Investitionen. Positiv bewertet wird in diesem Zusammenhang die geplante Verbesserung bei der Besteuerung reinvestierter Gewinne, deren aktuelle Ausgestaltung als nicht praxistauglich kritisiert wird.
Klare Absage an höhere Mehrwertsteuer
Besonders deutlich positioniert sich der HDE gegen mögliche Erhöhungen der Mehrwertsteuer. Eine solche Maßnahme würde nach Einschätzung des Verbandes den privaten Konsum massiv belasten und die wirtschaftliche Erholung gefährden.
Darüber hinaus warnt der HDE vor weiteren Differenzierungen bei den Mehrwertsteuersätzen. Das bestehende System sei bereits komplex und führe regelmäßig zu rechtlichen Abgrenzungsfragen. Eine zusätzliche Verkomplizierung würde sowohl Unternehmen als auch Verwaltung weiter belasten.




