Homeoffice bleibt in Deutschland trotz der Debatte über strengere Präsenzpflichten weitgehend stabil. Im August 2026 arbeiteten 24,9 Prozent der Beschäftigten zumindest zeitweise von zu Hause, wie die aktuelle Konjunkturumfrage des ifo Instituts zeigt.
Besonders verbreitet ist das hybride Arbeiten im Dienstleistungssektor. Dort liegt die Quote bei 35,1 Prozent und damit bei mehr als jedem dritten Beschäftigten. Im August 2025 hatte der Wert bereits auf demselben Niveau gelegen.
Rückkehr ins Büro bleibt in den Zahlen aus
Auch in der Gesamtwirtschaft hat sich der Homeoffice-Anteil kaum verändert. Im August 2025 lag er bei 24,4 Prozent und damit nur 0,5 Prozentpunkte unter dem aktuellen Wert.
Eine breite Rückkehrbewegung ins Büro lässt sich daraus bislang nicht ableiten. Nach Einschätzung des ifo Instituts sind seit mehreren Jahren weder insgesamt noch in einzelnen Branchen nennenswerte Veränderungen beim Homeoffice-Anteil zu beobachten.
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Einzelhandel bleibt weitgehend Präsenzgeschäft
Zwischen den Wirtschaftszweigen bestehen weiterhin deutliche Unterschiede. Im Großhandel arbeiten 17,7 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause, in der Industrie sind es 16,4 Prozent.
Im Einzelhandel erreicht die Quote dagegen lediglich 6,2 Prozent, im Baugewerbe sogar nur 5,1 Prozent. Verkauf, Logistik, Produktion und Bautätigkeiten sind deutlich stärker an einen physischen Arbeitsplatz gebunden als viele administrative, beratende oder digitale Aufgaben.
Homeoffice gewinnt bei Stellenangeboten an Gewicht
Die dauerhafte Bedeutung mobilen Arbeitens zeigt sich auch bei der Personalrekrutierung. Eine Auswertung von mehr als 93 Millionen Online-Stellenanzeigen zwischen Januar 2014 und Juni 2025 zeigt, dass inzwischen rund jede fünfte Ausschreibung in Deutschland eine Homeoffice-Option enthält.
2019 lag der Anteil noch unter fünf Prozent. Damit ist die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten insbesondere bei grundsätzlich ortsunabhängigen Tätigkeiten zunehmend Bestandteil des Arbeitgeberangebots.
Finanzbranche bietet besonders häufig Homeoffice
Besonders verbreitet sind entsprechende Angebote in wissens- und bürointensiven Wirtschaftszweigen. Bei Finanz- und Versicherungsdienstleistungen enthielten zuletzt 42 Prozent der untersuchten Stellenanzeigen eine Homeoffice-Möglichkeit.
Im Bereich Information und Kommunikation waren es 33 Prozent, in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft 31,3 Prozent. Die Zahlen unterstreichen, dass hybrides Arbeiten in geeigneten Tätigkeitsfeldern inzwischen strukturell im Arbeitsmarkt verankert ist.


