Die Stimmung im deutschen Einzelhandel bleibt angespannt. Das ifo-Geschäftsklima für die Branche lag im August bei minus 29,0 Punkten und damit nahezu unverändert gegenüber Juli.
Damit ist die Erholung, die seit Mai zu beobachten war, zunächst ins Stocken geraten. Die Einzelhändler bewerteten ihre aktuelle Lage schlechter als im Vormonat, während sich die Erwartungen leicht verbesserten.
Geschäftserwartungen bleiben pessimistisch
Trotz der etwas besseren Erwartungen blicken die Unternehmen weiterhin skeptisch auf den weiteren Jahresverlauf.
Nach Einschätzung des ifo Instituts profitieren viele Händler bislang kaum von der gesamtwirtschaftlichen Erholung. Das Geschäftsklima liegt im Vergleich der vergangenen drei Jahre weiterhin auf einem niedrigen Niveau.
Damit bleibt die Branche deutlich hinter der Entwicklung der Gesamtwirtschaft zurück.
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Konsum wächst nur schwach
Laut aktueller ifo-Konjunkturprognose soll die deutsche Wirtschaftsleistung 2026 um 1,4 Prozent steigen.
Die privaten Konsumausgaben sollen preisbereinigt dagegen lediglich um 0,4 Prozent zulegen. Damit bleibt der wichtigste Nachfragefaktor für den Einzelhandel vergleichsweise schwach.
Ein wesentlicher Belastungsfaktor sind die gestiegenen Energiepreise. Sie erhöhen die Inflation und drücken zugleich auf Kaufkraft und Verbraucherstimmung.
Händler planen seltener Preiserhöhungen
Im August planten die Einzelhändler etwas seltener als im Juli, ihre Preise in den kommenden Monaten anzuheben.
Die Mehrheit rechnet weiterhin mit weitgehend stabilen Preisen. Damit bleibt der Preisdruck im Einzelhandel in vielen Sortimenten geringer als in anderen Bereichen der Wirtschaft.
Das dürfte allerdings nur begrenzt helfen, solange die reale Konsumdynamik schwach bleibt.
Nahrungsmittel und Bekleidung verteuern sich kaum
Mehrere wichtige Produktgruppen entwickelten sich preislich deutlich moderater als die Verbraucherpreise insgesamt.
Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke lagen im August 2026 lediglich 0,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Bekleidung und Schuhe waren 0,4 Prozent teurer.
Zum Vergleich: Die Verbraucherpreise insgesamt stiegen im selben Zeitraum um 2,9 Prozent.
Einzelhandel bleibt unter strukturellem Druck
Die Daten zeigen damit ein gemischtes Bild. Während die Gesamtwirtschaft wieder wächst und die Preiserwartungen im Handel moderat bleiben, fehlt es weiterhin an kräftiger Konsumnachfrage.
Für viele Händler bleibt das Umfeld deshalb schwierig. Eine nachhaltige Stimmungsaufhellung dürfte davon abhängen, ob sich Kaufkraft und Konsumbereitschaft im weiteren Jahresverlauf spürbar verbessern.


