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IKEA wird noch dieses Jahr fahrerlose Lkw in den USA einsetzen

Fahrerloser LKW von Kodiak vor einem Ikea in den USA
Foto: Kodiak AI

Key takeaways

➟ IKEA und Kodiak wollen Ende 2026 erstmals Waren auf einem Teil der Strecke zwischen Houston und Dallas vollständig fahrerlos transportieren. Grundlage für diesen Meilenstein ist ein seit vier Jahren laufender Praxistest.

Lesezeit ca. 2 Minuten

IKEA und der US-Technologieanbieter Kodiak AI wollen ihre seit 2022 laufende Zusammenarbeit beim autonomen Straßengüterverkehr auf die nächste Stufe heben. Ende 2026 sollen laut Kodiak AI auf einem zentralen Abschnitt der Verbindung zwischen Houston und Dallas erstmals IKEA-Waren ohne Fahrer im Führerhaus transportiert werden. Für den Möbelkonzern wird aus einem langjährigen Pilotprojekt damit ein konkreter Test für den kommerziellen Einsatz autonomer Lkw in der Lieferkette.

219 Meilen sollen vollständig fahrerlos werden

Die geplante fahrerlose Strecke umfasst 219 Meilen beziehungsweise rund 352 Kilometer und verläuft überwiegend über die Interstate 45. Sie ist Teil einer insgesamt 292 Meilen langen Verbindung zwischen dem IKEA-Distributionszentrum in Baytown und einer Filiale in Frisco im Großraum Dallas.

Auf dem Autobahnabschnitt soll künftig kein Sicherheitsfahrer mehr an Bord sein. Die übrigen Teile der Transportkette können weiterhin separat organisiert werden. Das entspricht einem Hub-to-Hub-Modell, bei dem autonome Systeme vor allem standardisierte Fernverkehrsstrecken übernehmen.

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Vier Jahre Praxiserfahrung auf derselben Route

Kodiak transportiert bereits seit August 2022 IKEA-Waren auf dieser Relation. In den vergangenen vier Jahren wurden laut Unternehmen mehr als 1.300 Ladungen bewegt und mehr als 750.000 Meilen autonom zurückgelegt, bislang jedoch mit einem Sicherheitsfahrer oder Beobachter im Fahrzeug.

Die lange Erprobungsphase lieferte IKEA Erfahrungen zur Einbindung autonomer Transporte in bestehende Abläufe. Dazu zählen planbarere Ankunftszeiten, die frühzeitige Zuordnung von Entladerampen und eine präzisere Wartungsplanung. Eine konkrete Prognose zu möglichen Kosteneinsparungen haben die Unternehmen bislang nicht veröffentlicht.

Sicherheitsnachweis bleibt entscheidende Voraussetzung

Vor dem geplanten Start muss Kodiak seinen sogenannten Safety Case abschließen. Dieser soll belegen, dass das autonome Fahrsystem innerhalb eines klar definierten Einsatzbereichs ohne Menschen im Fahrzeug sicher betrieben werden kann.

Ende August 2026 bezifferte Kodiak den Stand seines „Autonomy Readiness Measure“ im Fernverkehr auf 93 Prozent. Der Wert soll vor Aufnahme des fahrerlosen Betriebs 100 Prozent erreichen. Auf Testfahrten zwischen Dallas und Houston kommt das System nach Unternehmensangaben bereits regelmäßig ohne Eingriffe eines anwesenden Sicherheitsbeobachters aus.

Texas wird zum wichtigen Markt für autonome Lkw

Kodiak ist in Texas bereits mit weiteren Projekten aktiv. Seit Dezember 2024 fahren mit dem System des Unternehmens ausgerüstete Lastwagen für Atlas Energy Solutions im Permian Basin ohne Menschen im Führerhaus. Dabei handelt es sich allerdings um industrielle Transporte in einem begrenzten Gebiet und nicht um regulären Highway-Fernverkehr.

Die Strecke zwischen Dallas und Houston gilt wegen ihrer großen Logistikstandorte und langen Autobahnabschnitte als wichtiger Korridor für autonome Nutzfahrzeuge. Neben IKEA arbeitet Kodiak dort unter anderem mit Roehl Transport zusammen, derzeit noch mit Sicherheitsbeobachter an Bord.

IKEA testet Potenzial für weitere Lieferketten

Für IKEA bleibt das Vorhaben zunächst auf eine einzelne, intensiv erprobte Route begrenzt. Ob weitere Strecken folgen, dürfte davon abhängen, ob sich der fahrerlose Betrieb stabil, sicher und wirtschaftlich betreiben lässt.

Der Einsatz zielt dabei vor allem auf lange Fernverkehrsabschnitte. Lokale Zustellung, Rangieren und komplexere innerstädtische Transporte dürften weiterhin stärker von Menschen übernommen werden. Gelingt der Übergang zum regulären Betrieb ohne Fahrer, könnte die Texas-Route jedoch als Vorlage für weitere feste Handels- und Distributionsverbindungen dienen.

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