IKEA treibt den Ausbau seines Second-Hand-Geschäfts weiter voran. Die Ingka Group, größter IKEA-Händler weltweit, erweitert den eigenen Marktplatz auf Großbritannien und Irland und testet zugleich eine engere Verknüpfung mit dem bestehenden Buyback-Programm. In Portugal und Spanien sollen Verkäufer künftig direkt beim Einstellen eines geeigneten Produkts ein Angebot von IKEA erhalten können. Deutschland folgt laut Pressemitteilung am 14. Oktober 2026 als neunter Markt.
Marktplatz erreicht bereits 15 Millionen Besuche
Die Plattform wird seit Juni 2024 schrittweise erprobt. Die ersten Tests starteten damals in Madrid und Oslo, später in 2025 auch im Heimatmarkt Schweden. Bis Ende August 2026 verzeichneten die ersten sechs Märkte insgesamt 15 Millionen Besuche und 95.700 eingestellte Produkte.
Für IKEA ist der Marktplatz nicht nur ein zusätzlicher Verkaufskanal. 25,5 Prozent der Nutzer sind laut Ingka Group neue oder reaktivierte IKEA-Family-Mitglieder. Die Plattform dient damit auch dazu, Kundenbeziehungen neu aufzubauen oder wiederzubeleben.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Gebrauchte Produkte deutlich günstiger als Neuware
Ein zentraler Treiber ist der Preis. Gebrauchte IKEA-Produkte werden auf dem Marktplatz im Durchschnitt rund 60 Prozent günstiger angeboten als vergleichbare Neuware.
IKEA positioniert das Angebot deshalb ausdrücklich als Möglichkeit, Wohnen günstiger zu machen. Gleichzeitig soll der Wiederverkauf dazu beitragen, Möbel länger im Kreislauf zu halten und den Second-Hand-Anteil auszubauen.
Buyback wird direkt in den Marktplatz integriert
Bis Ende Dezember 2026 testet IKEA in Portugal und Spanien eine Verbindung zwischen Marktplatz und Buyback-Service. Wer ein geeignetes Produkt einstellt, kann zusätzlich ein direktes Kaufangebot von IKEA erhalten.
Verkäufer können dann entscheiden, ob sie das Möbelstück an einen anderen Nutzer verkaufen oder es in eine IKEA-Filiale bringen und dort über den Buyback-Prozess abgeben. Im Geschäftsjahr 2025 kaufte die Ingka Group nach eigenen Angaben bereits fast 686.500 gebrauchte IKEA-Produkte über Buyback zurück.
Auch Transport größerer Möbel wird getestet
Ein weiteres Problem im Second-Hand-Handel ist der Transport. IKEA testet deshalb Partnerschaften mit externen Anbietern, die Käufer und Verkäufer bei der Übergabe größerer Möbel unterstützen sollen.
In Portugal und Schweden läuft dazu derzeit ein Versuch mit TippTapp. Die Plattform bringt Nutzer, die Hilfe beim Transport benötigen, mit Personen zusammen, die einen entsprechenden Transport übernehmen können.
Deutschland startet am 14. Oktober
Der IKEA Second-Hand-Marktplatz ist bislang in Spanien, Norwegen, Portugal, Polen, Schweden und Belgien verfügbar. Mit Großbritannien und Irland steigt die Zahl zunächst auf acht europäische Märkte. Deutschland soll am 14. Oktober folgen.
IKEA-Family-Mitglieder können Produkte kostenlos einstellen. Die Plattform unterstützt bei der Identifikation des Artikels und ergänzt Produktinformationen, Bilder, Maße sowie einen Preisvorschlag. Nach dem Verkauf können Verkäufer zwischen einer Banküberweisung und einer digitalen IKEA-Rückerstattungskarte wählen. Bei der Gutscheinalternative gewährt IKEA 15 Prozent zusätzlichen Wert.




