ANZEIGE

ANZEIGE

Internetwirtschaft wächst stark – droht aber an Infrastruktur zu scheitern

Symbolik zu IT Cloud Computing
Foto: Brian Penny / Pixabay

Key takeaways

Eine neue Studie von eco und Arthur D. Little zeigt: Die deutsche Internetwirtschaft wächst jährlich um rund zehn Prozent. Doch fehlende Rechenzentrumskapazitäten, hohe Stromkosten und politische Versäumnisse gefährden dieses Potenzial.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Trotz konjunktureller Unsicherheiten bleibt die deutsche Internetwirtschaft auf Wachstumskurs. Laut einer neuen Studie des eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. in Zusammenarbeit mit Arthur D. Little wird der Branchenumsatz von 245 Milliarden Euro im Jahr 2025 auf 389 Milliarden Euro im Jahr 2030 steigen. Das entspricht einem jährlichen Wachstum von rund zehn Prozent. Stärkster Wachstumstreiber sind digitale Plattform- und Transaktionsmodelle, die bereits heute knapp 40 Prozent der Erlöse ausmachen.

Rechenzentren stoßen an ihre Grenzen

Doch dieser Boom steht auf wackligem Fundament. Der Verband warnt, dass strukturelle Engpässe – vor allem bei der digitalen Infrastruktur – das Potenzial zunichtemachen könnten. Die Anschlussleistung deutscher Rechenzentren wird bis 2030 zwar um rund 50 Prozent auf 3,7 Gigawatt steigen, laut Studie liegt der Bedarf jedoch mindestens dreimal so hoch. Damit droht Deutschland im internationalen Vergleich deutlich zurückzufallen: In den USA liegt die verfügbare Leistung bereits beim Zwanzigfachen.

eco-Vorstand Oliver Süme warnt daher vor politischen Versäumnissen. Ohne bezahlbaren, grundlastfähigen Strom, schnellere Genehmigungen und gezielte Investitionen in digitale Infrastrukturen werde Deutschland im Wettbewerb abgehängt. Auch Dr. Béla Waldhauser von der eco Allianz fordert: Rechenzentren müssen als systemrelevant anerkannt und in die Strompreiskompensation einbezogen werden.

Anzeige

Gewinnen in der Plattform-Ökonomie

von Alexander Graf – der Leitfaden für Handelsentscheider
★★★★☆ 4,4 / 5 Sterne
Jetzt bei Amazon entdecken

Fehlende politische Koordination als Hemmschuh

Neben technischen Herausforderungen sieht die Studie auch organisatorische Defizite. Der schleppende Glasfaserausbau, zögerliche Digitalisierung im Mittelstand und die geringe Plattformkompetenz behindern die Skalierung. Laut Studienautor Lars Riegel ist Deutschlands digitale Wettbewerbsfähigkeit zwar industriell verankert, aber nicht breit genug aufgestellt.

Besonders kritisch sieht der Verband die mangelnde Koordination zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Eine eng abgestimmte Rechenzentren-Strategie sei notwendig, um Regionen wie Hessen – Heimat des europaweit größten Internetknotens DE-CIX – zu stärken und Signalwirkung für andere Standorte zu erzielen.

Nur wenn Politik, Wirtschaft und Investoren gemeinsam handeln, kann die Internetwirtschaft ihre Rolle als Rückgrat der deutschen Digitalökonomie bis 2030 voll entfalten.

Ähnliche Artikel

Must-read

ANZEIGE
JANGER E-Commerce
Wer als Shop-Betreiber, E-Commerce Manager oder Gründer einer E-Commerce-Marke erfolgreich werden möchte, muss drei grundsätzliche Faktoren, Verkaufspsychologie, Außendarstellung und Design sowie Nutzererlebnis, verinnerlichen.

Top-News

Sponsored

Sponsored