Die Intershop Communications AG hat im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von 33,3 Mio. Euro erwirtschaftet und liegt damit spürbar unter dem Vorjahreswert von 38,8 Mio. Euro. Rückgänge in Service, Lizenzen und Wartung belasteten die Entwicklung, während das strategisch zentrale Cloud-Geschäft stabil blieb. Das operative Ergebnis (EBIT) fiel nach vorläufigen Zahlen vor allem aufgrund eines ressourcenintensiven Großprojekts sowie Kostenmaßnahmen zur Effizienzsteigerung auf –2,8 Mio. Euro.
Cloud-Geschäft stabil, Auftragseingang deutlich höher
Mit 20,5 Mio. Euro lagen die Cloud- und Subscription-Umsätze exakt auf Vorjahresniveau, machten jedoch 62 % des Gesamtumsatzes aus und gewannen damit weiter an Gewicht. Der Cloud-Auftragseingang stieg auf 21,7 Mio. Euro, ein Plus von 9 %, wofür vor allem Neuabschlüsse im vierten Quartal verantwortlich waren. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) blieb mit 20,1 Mio. Euro stabil. Der Net New ARR ging aufgrund auslaufender Verträge deutlich auf 0,6 Mio. Euro zurück; inklusive Währungseffekten lag er nahezu bei null. Die Cloud-Marge bewegte sich mit 65 % auf konstant hohem Niveau.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Schwächeres Lizenz- und Servicegeschäft sowie operative Belastungen
Die Umsätze aus Lizenzen und Wartung sanken auf 6,4 Mio. Euro. Die Serviceumsätze reduzierten sich infolge eines komplexen Projekts und der Partner-First-Strategie um 29 % auf 6,3 Mio. Euro. Mit der Abnahme des Projekts Anfang Februar 2026 hat Intershop allerdings einen wichtigen Meilenstein erreicht. Das Bruttoergebnis fiel auf 14,7 Mio. Euro, die Bruttomarge sank auf 44 %. Während die Kosten für Forschung und Entwicklung um 8 % stiegen, konnte Intershop die Ausgaben in Vertrieb und Verwaltung reduzieren. Einmalaufwendungen für Personalabbau wirkten ebenfalls ergebnisbelastend.
Ergebnis und Personalentwicklung
Das EBITDA fiel auf 0,5 Mio. Euro, das Ergebnis nach Steuern auf –3,2 Mio. Euro. Intershop beschäftigte Ende 2025 weltweit 224 Mitarbeiter, deutlich weniger als die 261 Beschäftigten im Vorjahr. Insgesamt spiegelt sich im Ergebnis ein Transformationsjahr mit technologischem Umbau, einer neuen Projekt- und Partnerstrategie sowie Maßnahmen zur Verbesserung der Kostenbasis.
Vorstandskontinuität und strategische Weiterentwicklung
Der Aufsichtsrat verlängerte den Vertrag von CEO Markus Dränert bis März 2029. Dränert, seit 2025 im Amt, soll den Wandel zur Agentic B2B-Commerce-Plattform und die Umsetzung der Partner-First-Strategie weiter vorantreiben. Die Eigenkapitalquote stieg zum Jahresende auf 36 %, die liquiden Mittel lagen nahezu stabil bei 8,8 Mio. Euro.
Ausblick 2026
Für das laufende Jahr erwartet Intershop einen Cloud-Auftragseingang und Net New ARR auf Vorjahresniveau. Der Umsatz dürfte leicht rückläufig sein. Aufgrund der gesenkten Kostenbasis rechnet das Unternehmen mit einem ausgeglichenen operativen Ergebnis. Die vorgelegten Zahlen sind vorläufig und stehen unter Vorbehalt der Abschlussprüfung, der vollständige Jahresabschluss wird Mitte März veröffentlicht.


