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Nach Ceconomy: JD.com zielt auf britischen Onlinehändler Very Group

Eingang vom Office von The Very Group
Foto: The Very Group

Key takeaways

Mit milliardenschweren Übernahmen baut JD.com seine Präsenz in Europa aus. Nach Ceconomy könnte nun die britische Very Group folgen – ein Schritt, der die strategische Bedeutung des europäischen Marktes weiter erhöhen dürfte.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com forciert seine Expansion in Europa mit hohem Tempo. Nach der Übernahme der MediaMarktSaturn-Mutter Ceconomy und dem Start von Joybuy in Europa prüft das Unternehmen nun laut Medienberichten den Kauf der britischen Onlineplattform The Very Group. Der mögliche Kaufpreis liegt laut einem Bericht von Sky News bei rund zwei Milliarden Pfund, umgerechnet etwa 2,3 Milliarden Euro.

Die Gespräche markieren den nächsten strategischen Schritt eines Konzerns, der sich zunehmend als globaler Handels- und Logistikplayer positioniert. JD.com versucht seit Jahren, außerhalb Chinas stärker Fuß zu fassen – mit bislang begrenztem Erfolg. Mit Ceconomy und einer möglichen Very-Übernahme könnte sich das nun deutlich ändern.

Angriff auf Europas Handelslandschaft

Mit der Übernahme von Ceconomy im Jahr 2025 sicherte sich JD.com Zugriff auf die Marken MediaMarkt und Saturn sowie ein europaweites Filial- und Logistiknetz. Der Deal bewertete Ceconomy mit rund 2,2 Milliarden Euro. Ziel ist es, die eigene Technologie- und Logistikkompetenz mit etablierten Handelsstrukturen zu verknüpfen.

Ceconomy betreibt mehr als 1.000 Märkte in Europa und erzielt rund ein Viertel seines Umsatzes online. Für JD.com bedeutet das direkten Zugang zu Millionen Kunden und stationären Vertriebskanälen – ein Modell, das sich im Heimatmarkt bereits bewährt hat.

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Very Group als strategische Ergänzung

Mit der Very Group würde JD.com sein Engagement im britischen Onlinehandel deutlich ausbauen. Das Unternehmen zählt zu den größten digitalen Händlern im Vereinigten Königreich und kombiniert E-Commerce mit Finanzdienstleistungen wie Ratenkaufmodellen.

Eigentümer ist der US-Investor Carlyle, der die Kontrolle 2025 übernommen hatte. Branchenbeobachter gehen davon aus, dass ein Verkauf Teil der klassischen Private-Equity-Strategie ist: Restrukturierung und anschließender Exit. Für JD.com wäre die Plattform vor allem wegen ihres vollständig digitalen Geschäftsmodells attraktiv.

Europa als Wachstumsmarkt im Fokus

Die aktuellen Aktivitäten unterstreichen die wachsende Bedeutung Europas für JD.com. Zuvor hatte der Konzern bereits Gespräche über mögliche Übernahmen von Currys und Argos geführt, die jedoch nicht zustande kamen. Mit Ceconomy gelang schließlich der Einstieg in den Markt.

Die Strategie scheint klar: Kombination chinesischer Technologie- und Logistikstärke mit etablierten europäischen Marken und Kundenbeziehungen. Gleichzeitig stehen solche Expansionen unter politischer Beobachtung, insbesondere mit Blick auf Datensicherheit und wirtschaftliche Abhängigkeiten.

Wettbewerb dürfte sich weiter verschärfen

Eine mögliche Übernahme der Very Group würde den Wettbewerbsdruck im europäischen Handel weiter erhöhen. JD.com verfügt über erhebliche finanzielle Ressourcen, hochautomatisierte Lieferketten und umfassende Erfahrung im datengetriebenen Handel.

Während viele europäische Händler noch mitten in der digitalen Transformation stehen, setzt JD.com bereits auf integrierte Systeme aus KI-gestützter Logistik, Echtzeitanalyse und Zahlungsdiensten. Zugleich bleibt Europa für internationale Investoren attraktiv – vor allem bei Unternehmen mit starken Marken, großer Kundenbasis und funktionierenden Omnichannel-Strukturen.

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