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JD.com setzt autonome Lieferfahrzeuge nachts im Regelbetrieb ein

Autonomes Lieferfahrzeug von JD Logistics in Shenzen
Foto: JD.com

Key takeaways

JD Logistics setzt in Shenzhen autonome Lieferfahrzeuge rund um die Uhr ein. Tagsüber beliefern sie Kunden, nachts versorgen sie Logistikzentren und erhöhen so Auslastung, Transporteffizienz und Wirtschaftlichkeit der Fahrzeugflotte.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Während viele Städte nachts zur Ruhe kommen, beginnt in Shenzhen für autonome Lieferfahrzeuge die nächste Schicht. JD Logistics, der Logistikarm von JD.com, nutzt die verkehrsarmen Nachtstunden, um Waren zwischen Logistikstandorten zu transportieren und lokale Verteilzentren aufzufüllen. Möglich wird dies durch neue Nachtkorridore für autonome Fahrzeuge, die seit April in der chinesischen Metropole freigegeben sind. Das Unternehmen verfolgt damit ein Betriebsmodell, das die Fahrzeuge sowohl tagsüber als auch nachts einsetzt und deren Auslastung deutlich erhöht.

Shenzhen schafft feste Nachtkorridore für autonome Logistik

Bereits seit April dürfen laut Unternehmen gezielt entwickelte autonome Lieferfahrzeuge zwischen 22 Uhr und 6 Uhr auf festgelegten, bezirksübergreifenden Routen verkehren. Die ersten beiden Strecken verbinden die Stadtbezirke Pingshan und Longgang über eine Distanz von mehr als 50 Kilometern. JD Logistics gehörte zu den ersten Unternehmen, die eine Genehmigung für den Regelbetrieb erhielten. Nach Unternehmensangaben sind inzwischen nahezu 100 autonome Fahrzeuge in Shenzhen unterwegs, die 22 Logistikstationen über insgesamt 121 nächtliche Routen miteinander verbinden.

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Fahrzeuge übernehmen unterschiedliche Aufgaben je nach Tageszeit

Ein zentrales Element des Konzepts ist die doppelte Nutzung der Fahrzeuge. Tagsüber übernehmen sie die Auslieferung auf der letzten Meile, während sie nachts Waren zwischen Logistikzentren transportieren und lokale Lager mit Lebensmitteln sowie Gütern des täglichen Bedarfs versorgen. Dadurch entsteht ein durchgängiger 24-Stunden-Betrieb, ohne dass zusätzliche Fahrzeugflotten benötigt werden. Gleichzeitig profitieren die Transporte von geringerem Verkehrsaufkommen und weniger Einschränkungen im Nachtverkehr.

Höhere Auslastung senkt Betriebskosten

Nach Angaben von JD Logistics konnte die durchschnittliche tägliche Einsatzzeit der Fahrzeuge durch das neue Betriebsmodell von rund zwölf auf 24 Stunden verdoppelt werden. Die Zahl der täglichen Fahrten stieg von drei auf fünf. Dadurch sanken die Betriebskosten pro Fahrzeug um etwa 20 Prozent, während die Auslastung um rund 66 Prozent zunahm. Mitarbeiter können sich gleichzeitig stärker auf Kundenservice und Sonderfälle konzentrieren, bei denen menschliche Entscheidungen erforderlich bleiben.

Moderne Sensorik ermöglicht sicheren Nachtbetrieb

Zum Einsatz kommt der autonome Lieferwagen LangzuTech Mini Van, der mit einem Mehrsensor-System ausgestattet ist und Straßenverhältnisse sowie Hindernisse auch bei schlechten Lichtverhältnissen erkennen kann. Voll beladen erreicht das Fahrzeug nach Unternehmensangaben eine Reichweite von bis zu 170 Kilometern und eignet sich für unterschiedliche Transportaufgaben. JD Logistics entwickelt die Technologie bereits seit mehreren Jahren weiter und plant, im laufenden Jahr mehrere Tausend Fahrzeuge der aktuellen Plus-Generation auszuliefern.

Autonome Logistik wird Teil des regulären Lieferbetriebs

Mit dem nächtlichen Einsatz autonomer Lieferfahrzeuge zeigt JD Logistics, wie automatisierte Transportlösungen zunehmend in den regulären Logistikbetrieb integriert werden. Anstatt autonome Fahrzeuge ausschließlich für Testprojekte einzusetzen, verbindet das Unternehmen den klassischen Lieferverkehr mit automatisierter Nachschublogistik. Das Konzept soll die vorhandene Infrastruktur besser auslasten, Transportkosten senken und Lieferketten effizienter gestalten.

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