Mit dem wachsenden Onlinehandel steigt auch die Sorge vor Kartenbetrug. Laut einer aktuellen Studie zum Weltverbrauchertag hat bereits mehr als ein Viertel der Deutschen unberechtigte Abbuchungen von ihrer Debit- oder Kreditkarte erlebt. Gleichzeitig zeigt die Untersuchung: Die meisten Verbraucher reagieren inzwischen mit gezielten Schutzmaßnahmen.
Kartenbetrug betrifft mehr als jeden vierten Deutschen
Nach einer Erhebung des Marktforschungsunternehmens GfK im Auftrag von Mastercard haben 27 Prozent der Befragten bereits Erfahrungen mit Kartenbetrug gemacht. Besonders häufig betroffen sind Männer: Fast jeder dritte gab an, schon einmal Opfer entsprechender Vorfälle gewesen zu sein. Bei Frauen liegt der Anteil bei etwas mehr als jedem fünften.
Trotz der relativ hohen Betroffenheit fehlt vielen Konsumenten Wissen über ihre Rechte. Rund 29 Prozent der Befragten erklärten, nicht ausreichend über Käuferschutz- und Reklamationsmöglichkeiten informiert zu sein, etwa bei unberechtigten Abbuchungen.
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Chargeback-Verfahren häufig genutzt
Bereits jede vierte befragte Person hat laut Studie eine unberechtigte Kartenabbuchung bei der Bank reklamiert. Grundlage dafür ist das sogenannte Chargeback-Verfahren, über das Zahlungen rückgängig gemacht werden können.
Die häufigsten Gründe für entsprechende Reklamationen sind betrügerische Abbuchungen, die mit 37 Prozent den größten Anteil ausmachen. Dahinter folgen doppelt berechnete Beträge mit 25 Prozent sowie Abbuchungen trotz zuvor stornierter Bestellungen oder Buchungen mit 20 Prozent.
Verbraucher setzen auf aktive Schutzmaßnahmen
Ein Großteil der Konsumenten versucht, sich aktiv gegen Missbrauch zu schützen. Neun von zehn Deutschen ergreifen laut Studie präventive Maßnahmen, um das Risiko für Kartenbetrug zu reduzieren.
Am häufigsten wird bei Verdacht auf Betrug oder beim Verlust der Karte sofort eine Sperre veranlasst – das gaben 62 Prozent der Befragten an. Rund 60 Prozent bewahren ihre Karte getrennt von der PIN auf und geben sie niemals unbeaufsichtigt aus der Hand.
Weitere verbreitete Sicherheitsroutinen sind die Nutzung einer Zwei-Faktor-Authentifizierung, etwa über Banking-Apps oder biometrische Verfahren, sowie die regelmäßige Kontrolle von Kreditkartenabrechnungen. Beide Maßnahmen werden jeweils von rund 44 Prozent der Befragten genutzt.
Sicherheit ist wichtigste Anforderung beim Online-Bezahlen
Beim digitalen Einkauf steht für Verbraucher vor allem ein hoher Sicherheitsstandard im Mittelpunkt. Zwei Drittel der Befragten nannten Sicherheit als wichtigste Eigenschaft eines Online-Bezahlvorgangs.
Darüber hinaus wünschen sich viele Konsumenten einfache und schnelle Bezahlprozesse. Für 51 Prozent ist eine unkomplizierte Abwicklung entscheidend, während 38 Prozent besonders Wert auf Geschwindigkeit legen.
Auch der Schutz vor Betrug und die Möglichkeit einer Rückerstattung spielen eine wichtige Rolle: Rund die Hälfte der Befragten erwartet, dass Zahlungen abgesichert sind und im Schadensfall eine Rückzahlung erfolgt – sofern kein grob fahrlässiges Verhalten vorliegt.
Komfortfunktionen gewinnen an Bedeutung
Neben Sicherheit rücken auch komfortable Bezahlmethoden stärker in den Fokus. Etwa 28 Prozent der Konsumenten wünschen sich mehr Auswahl bei den verfügbaren Zahlungsarten.
Viele möchten zudem ihre Kartendaten, Lieferadressen oder Rechnungsinformationen nicht bei jeder Bestellung erneut eingeben müssen. Mehr als ein Viertel der Befragten wünscht sich außerdem möglichst wenige Klicks und Dateneingaben beim Bezahlvorgang.
Digitale Branchenstandards wie „Click to Pay“ sollen genau diese Anforderungen erfüllen, indem sie Online-Zahlungen gleichzeitig sicherer und einfacher machen.


