Der französische Luxusgüterkonzern Kering meldet für das abgelaufene Halbjahr 2026 erste greifbare Fortschritte bei der Umsetzung seiner strategischen Neuausrichtung. Während das globale Marktumfeld weiterhin herausfordernd bleibt, sorgen gezielte Maßnahmen zur Stärkung der Markenidentität, zur Straffung der Organisation und zur Verbesserung der operativen Effizienz für eine spürbare Stabilisierung.
Umsatz kehrt vorsichtig auf Wachstumspfad zurück
Der Konzern erzielte im ersten Halbjahr einen Umsatz von 7,22 Milliarden Euro und verzeichnete auf vergleichbarer Basis ein leichtes Plus von einem Prozent. Besonders das zweite Quartal markierte eine Trendwende mit einem Wachstum von zwei Prozent. Diese Entwicklung wurde vor allem durch eine verbesserte Dynamik im stationären Einzelhandel getragen, während auch das Großhandelsgeschäft moderat zulegen konnte. Parallel dazu setzte Kering die Optimierung seines Filialnetzes fort und reduzierte die Anzahl der direkt betriebenen Geschäfte deutlich.
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Deutlich verbesserte Profitabilität und starke Bilanzentwicklung
Die operative Marge stieg auf 12,8 Prozent, begleitet von einem operativen Ergebnis von 921 Millionen Euro. Gleichzeitig profitierte der Konzern von einer deutlichen Verbesserung seiner Finanzstruktur: Die Nettoverschuldung wurde innerhalb von sechs Monaten um 4,7 Milliarden Euro auf 3,3 Milliarden Euro reduziert. Ein starker Free Cashflow sowie strategische Transaktionen trugen maßgeblich zu dieser Entwicklung bei und verschaffen dem Unternehmen zusätzlichen Spielraum für Investitionen.
Gucci zeigt erste Erholungstendenzen
Die wichtigste Marke des Konzerns bleibt Gucci, deren Entwicklung weiterhin im Fokus steht. Zwar gingen die Umsätze im ersten Halbjahr noch zurück, doch im zweiten Quartal zeigte sich eine klare Verbesserung. Neue Kollektionen unter dem Ex-Balenciaga Designer Demna Gvasalia sowie gezielte Produkteinführungen steigerten die Attraktivität der Marke und führten zu einer höheren Kundeninteraktion.
Besonders in Nordamerika konnte Gucci wachsen, während Europa und Asien erste Anzeichen einer Stabilisierung zeigten. Die operative Marge verbesserte sich ebenfalls, was auf eine konsequente Kostenkontrolle bei gleichzeitig fortgesetzten Investitionen hinweist.
Saint Laurent und Bottega Veneta gewinnen an Dynamik
Neben Gucci tragen vor allem Saint Laurent und Bottega Veneta zur Stabilisierung des Modegeschäfts bei. Saint Laurent kehrte im ersten Halbjahr auf Wachstumskurs zurück und profitierte von einer starken Nachfrage nach neuen Kollektionen, insbesondere in Nordamerika und Westeuropa. Verbesserte Abläufe im Einzelhandel sowie eine stärkere Ansprache wichtiger Kundengruppen unterstützten diese Entwicklung. Bottega Veneta setzte seinen positiven Trend fort und überzeugte mit einer besonders starken Nachfrage im Lederwarensegment.
Schmuck und Eyewear entwickeln sich als Wachstumstreiber
Deutlich dynamischer präsentierten sich die Sparten Schmuck und Brillen. Das Schmuckgeschäft legte zweistellig zu, wobei insbesondere Boucheron und Pomellato von einer starken Nachfrage in Asien, Japan und Nordamerika profitierten. Erfolgreiche Produkteinführungen und ikonische Kollektionen stärkten die Marktposition dieser Marken zusätzlich. Auch das Brillensegment entwickelte sich solide und profitierte von innovativen Kollektionen sowie Kooperationen mit etablierten Luxusmarken.






