Kering stärkt seine Position im Schmucksegment mit dem Einstieg bei der Raselli Franco Group, einem führenden unabhängigen Hersteller von Luxus- und High-End-Schmuck in Europa. Der französische Luxuskonzern übernimmt laut Investorenmitteilung zunächst 20 Prozent der Anteile und strebt eine vollständige Übernahme bis zum Jahr 2032 an. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2026 starten und basiert auf einer Bewertung von 115 Millionen Euro für den Einstieg.
Ausbau der Fertigungskompetenzen im Luxussegment
Die Raselli Franco Group wurde 1969 gegründet und ist für ihre technische Exzellenz sowie Innovationskraft in der Schmuckproduktion bekannt. Mit modernen Produktionsstätten deckt das italienische Familienunternehmen die gesamte Wertschöpfungskette ab – von der Rohstoffbeschaffung über Design und Prototyping bis hin zur Fertigung und Qualitätskontrolle. Besonders hervorzuheben ist die Expertise in Gussverfahren und CNC-Bearbeitung, die eine hochpräzise Verarbeitung edler Materialien ermöglichen.
Raselli war bereits über Jahrzehnte hinweg ein wichtiger Fertigungspartner für Kering und genießt aufgrund seiner hohen Standards in Qualität, Innovation und Rückverfolgbarkeit einen exzellenten Ruf in der Branche. Die Integration in den Konzern soll nun die Eigenfertigung im Schmucksegment stärken und die Kontrolle über die Wertschöpfungskette weiter verbessern.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Schmuck als Wachstumstreiber im Kering-Portfolio
Mit Marken wie Boucheron, Pomellato, Dodo und Qeelin verzeichnet Kering im Schmuckbereich ein robustes Wachstum. Der Einstieg bei Raselli soll helfen, die Fertigungskapazitäten langfristig abzusichern und das geplante Wachstum der Schmuckmarken zu unterstützen. Die Akquisition steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Genehmigungen.
Kering-CEO Luca de Meo bezeichnete die Übernahme als „strategischen Meilenstein“ und betonte die Bedeutung handwerklicher Exzellenz sowie nachhaltiger Fertigung für die künftige Entwicklung des Segments. Andrea Raselli, CEO der Raselli Franco Group, sieht in der Vereinbarung eine Chance, das Unternehmen weiterzuentwickeln, ohne die über Jahrzehnte aufgebauten Werte und Partnerschaften zu verlieren.


