Die deutsche Wirtschaft sieht sich im Jahr 2026 mit gedämpften Erwartungen konfrontiert. Trotz eines soliden Jahresauftakts haben geopolitische Spannungen die Konjunkturaussichten deutlich eingetrübt. Die Ökonomen von KfW Research korrigieren ihre Prognosen daher erneut nach unten.
Wachstum verliert an Dynamik
Für das laufende Jahr wird laut KfW Konjunkturkompass nun nur noch ein Anstieg des Bruttoinlandsprodukts um 0,7 Prozent erwartet. Noch zu Jahresbeginn lag die Prognose deutlich höher. Auch für 2027 rechnen die Experten mit einem moderateren Wachstum von 1,3 Prozent. Zwar konnte Deutschland im ersten Quartal mit einem Plus von 0,3 Prozent im europäischen Vergleich aufholen, doch dieser Trend dürfte sich kurzfristig nicht fortsetzen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Geopolitik belastet Konjunktur
Ein zentraler Belastungsfaktor ist der eskalierte Konflikt im Iran. Besonders die Unsicherheiten rund um die Straße von Hormus und die dadurch gestiegenen Energiepreise haben direkte Auswirkungen auf Produktion und Konsum. Für das zweite Quartal wird daher sogar ein leichter Rückgang der Wirtschaftsleistung erwartet.
Staatliche Impulse als Stabilisator
Stabilisierend wirken hingegen staatliche Ausgabenprogramme. Vor allem steigende Verteidigungsausgaben und Investitionen aus öffentlichen Mitteln sorgen für positive Impulse. Diese dürften sich nicht nur direkt im Staatskonsum niederschlagen, sondern auch indirekt den privaten Konsum stützen. Erst ab 2027 werden zudem wieder stärkere Beiträge aus Unternehmens- und Bauinvestitionen erwartet.
Inflation bleibt erhöht
Parallel zur schwächeren Wachstumsdynamik steigt der Preisdruck. Für 2026 wird eine Inflationsrate von 3,1 Prozent in Deutschland erwartet. Auch im Euroraum bleibt die Teuerung über dem Zielniveau der Europäischen Zentralbank. Eine moderat restriktive Geldpolitik gilt daher als wahrscheinlich, um die Preisentwicklung einzudämmen.




