Die Kräfteverhältnisse an den globalen Kapitalmärkten verschieben sich weiter deutlich zugunsten großer Technologieunternehmen. Im ersten Halbjahr 2026 ist der Gesamtwert der 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen weltweit kräftig gestiegen – und erreicht trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten ein neues Rekordniveau. Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der anhaltende Boom rund um Künstliche Intelligenz, wie EY in einer neuen Analyse zusammenfasst.
Technologie und KI sorgen für kräftiges Wachstum
Der kumulierte Börsenwert der Top-100-Unternehmen legte in den ersten sechs Monaten des Jahres deutlich zu. Besonders stark profitieren Technologieunternehmen, deren Bewertungen überdurchschnittlich wachsen. Parallel gewinnen auch Industrieunternehmen an Wert, insbesondere jene, die als Zulieferer oder Betreiber von Infrastruktur für KI-Anwendungen agieren. Dazu zählen etwa Anbieter von Rechenzentren oder energieintensiven Anlagen. Rohstoffunternehmen profitieren ebenfalls von der steigenden Nachfrage im Zuge des technologischen Umbaus. Dagegen entwickeln sich klassische Branchen wie Konsumgüter, Finanzdienstleistungen oder Medien deutlich schwächer.
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US-Konzerne dominieren die globalen Rankings
Die Spitzenplätze der wertvollsten Unternehmen bleiben fest in der Hand US-amerikanischer Konzerne. Insbesondere große Technologieunternehmen prägen das Ranking und profitieren von ihrer zentralen Rolle in der globalen KI-Wertschöpfungskette. Auch über die Top 10 hinaus stellen US-Unternehmen die Mehrheit unter den größten börsennotierten Konzernen weltweit. Asiatische Unternehmen, vor allem aus China und Taiwan, sichern sich ebenfalls relevante Positionen, während Europa weiter an Sichtbarkeit verliert.
Europa verliert Anschluss – Deutschland besonders betroffen
Die Bedeutung europäischer Unternehmen an den Weltbörsen nimmt weiter ab. Die Zahl der europäischen Konzerne unter den Top 100 ist rückläufig, während sich der Fokus der Kapitalmärkte zunehmend auf Nordamerika und Teile Asiens verlagert. Besonders deutlich wird diese Entwicklung in Deutschland: Nur noch ein Unternehmen zählt aktuell zu den weltweit größten börsennotierten Konzernen. Strukturelle Herausforderungen wie fragmentierte Kapitalmärkte, begrenzter Zugang zu Risikokapital und Schwierigkeiten bei der Skalierung von Technologieunternehmen bremsen die Wettbewerbsfähigkeit.
KI als zentraler Bewertungsfaktor und strategischer Wendepunkt
Künstliche Intelligenz entwickelt sich immer stärker zum entscheidenden Faktor für Unternehmensbewertungen. Investoren setzen gezielt auf Unternehmen, die entlang der KI-Wertschöpfungskette positioniert sind – von Halbleiterherstellern über Cloud-Anbieter bis hin zu Plattformunternehmen. Diese Firmen profitieren von hohen Wachstumserwartungen und entsprechenden Bewertungsaufschlägen. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass Europa bei dieser Schlüsseltechnologie dauerhaft ins Hintertreffen geraten könnte. Ohne bessere Finanzierungsbedingungen, schnellere Skalierungsmöglichkeiten und stärkere Kapitalmarktintegration dürfte sich die bestehende Lücke weiter vergrößern.


