Der Textildiscounter Kik richtet sein Filialnetz neu aus und reagiert damit auf wirtschaftlichen Druck in mehreren europäischen Märkten. Nach Angaben gegenüber der Lebensmittel Zeitung werden im ersten Quartal 2026 rund 50 der knapp 4300 Standorte geschlossen, etwa die Hälfte davon in Deutschland. Das Unternehmen verfolgt das Ziel, unrentable Flächen abzubauen und die Profitabilität im Kerngeschäft zu stärken. Bereits im September letzten Jahres gab es erste Berichte über Filialschließungen in diesem Jahr.
Anpassungen im deutschen Filialnetz
Insider berichten, dass europaweit zusätzlich etwa 400 weitere Märkte unter Beobachtung stehen. Rund 170 Standorte in Deutschland sollen derzeit Verluste schreiben oder sich gefährlich nahe an der roten Linie bewegen. Kik kommentiert diese Zahlen nicht im Detail, betont aber, dass die Ausgestaltung des Filialnetzes noch nicht abgeschlossen sei. Damit bleibt offen, ob weitere Schließungen folgen.
Parallel zur Reduzierung des Filialbestands nimmt das Unternehmen auch operative Anpassungen vor. In internen Chatgruppen wird von verkürzten Öffnungszeiten berichtet. Demnach öffnen manche Märkte morgens eine Stunde später, weil die Umsätze zu Beginn des Tages fehlen. Je nach Region sollen bis zu drei Viertel der Filialen betroffen sein. Die Anpassungen gelten nicht nur für Deutschland: Auch in Spanien und Portugal sieht das Management Potenzial für spätere Öffnungszeiten oder frühere Schließzeiten am Abend. Kik bezeichnet diese Maßnahmen als regelmäßige und sinnvolle Optimierungen mit Blick auf die Wirtschaftlichkeit einzelner Filialen.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Belasteter Markt und angespannte Ergebnislage
Wirtschaftlich bewegt sich Kik, das letztes Jahr als Non-Food-Discounter Nummer 1 in Deutschland gewählt wurde, in einem herausfordernden Umfeld. Der Mutterkonzern Tengelmann meldete für 2023 einen Umsatz von 2,428 Milliarden Euro. Für 2025 geht Kik von einem leicht gestiegenen Umsatz von 2,430 Milliarden Euro aus. Hinter dieser stabilen Entwicklung soll jedoch ein zunehmender Ergebnisdruck stehen. Unternehmensintern wird 2025 als „Jahr der Bereinigung“ beschrieben, in dem Strukturen gestrafft und Kosteneffizienz priorisiert wurde.
Die nun sichtbaren Konsequenzen treffen vor allem Kunden und Mitarbeitende: Geschlossene Filialen, später öffnende Märkte und regionale Anpassungen prägen zunehmend das Bild im Alltag. Ob diese Maßnahmen ausreichen, um den Discounter langfristig wieder auf einen stabilen Kurs zu bringen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.


