Die schwache Konsumstimmung in Deutschland hat sich 2024 deutlich auf den Markt für Leuchten und Lampen ausgewirkt. Laut dem aktuellen Branchenbericht von IFH KÖLN und BBE Handelsberatung schrumpften die Umsätze im vergangenen Jahr um 6,1 Prozent auf knapp 4,8 Milliarden Euro. Damit setzte sich der bereits 2023 beobachtete Negativtrend fort.
Trend zeigt weiter nach unten
Auch für 2025 rechnen die Studienautoren mit einem weiteren Rückgang – diesmal um 4,4 Prozent. In verschiedenen Prognosemodellen gehen die Marktforscher bis 2029 von kontinuierlich sinkenden Umsätzen aus: Der jährliche Rückgang wird je nach Szenario auf durchschnittlich 1,2 bis 2,4 Prozent geschätzt. Dabei trifft der strukturelle Wandel die Branche nicht überraschend – bereits seit Jahren verändern sich Kundenverhalten, Preisgefüge und Wettbewerbsintensität spürbar.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Lösungen statt Preise im Fokus
Für Händler bedeutet das: Erfolg wird nicht über aggressive Preispolitik erzielt, sondern über ganzheitliche Lösungsangebote. Gefragt sind Beratung, Planung, fachgerechte Installation und interoperable Smart-Lighting-Systeme. „Wer Servicequalität, Verlässlichkeit und zirkuläre Produktkonzepte konsequent kombiniert, baut in einem zurückhaltenden Markt stabile Erträge und langfristige Kundenbindung auf“, sagt Prof. Dr. Philipp Hoog, Partner bei der BBE Handelsberatung.
LED-Umstellung belastet Lampenmarkt
Ein weiterer Umsatzdämpfer ist der anhaltende Umstieg auf LED-Technologie. Dieser Strukturwandel wirkt sich vor allem auf das Segment der Leuchtmittel aus. Zwischen 2017 und 2024 hat sich der Umsatz mit Lampen – darunter Glüh-, Entladungs- und LED-Lampen – nahezu halbiert. 2024 fiel der Rückgang erneut zweistellig aus. Andere Warengruppen wie Wohn- oder technische Leuchten zeigten sich stabiler, verzeichneten aber ebenfalls ein Minus.
Onlinehandel trotzt der Krise
In puncto Vertrieb zeigen sich internetspezialisierte Anbieter als einzige Gewinner. Während fast alle stationären Formate 2024 Einbußen verzeichneten, konnten Plattformen wie Amazon oder Temu ein leichtes Plus von 1,6 Prozent erzielen. Vor allem das preisbewusste Konsumverhalten vieler Haushalte spiele Onlineanbietern mit großem Sortiment und aggressiver Preissetzung in die Karten, so Christoph Lamsfuß, Senior Consultant am IFH KÖLN.
Dabei zahlt sich für reine Onlineplayer zunehmend die Kombination aus breitem Angebot, günstigen Preisen und einfacher Vergleichbarkeit aus. Traditionelle Formate wie SB-Warenhäuser oder der Lebensmittelhandel konnten ihre Marktanteile aus der Boomphase der Pandemie nicht halten.


