Levi Strauss & Co. hat im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2026 Umsatz und Gewinn gesteigert. Der US-Bekleidungskonzern erzielte bis zum 30. August einen Nettoumsatz von 1,61 Milliarden US-Dollar, vier Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bereinigt um Sondereffekte lag das organische Wachstum bei fünf Prozent. Der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen erhöhte sich um 39 Prozent auf 169 Millionen Dollar.
Das Unternehmen profitierte insbesondere von seinem internationalen Geschäft, steigenden Großhandelserlösen und Rückerstattungen zuvor erhobener US-Zölle. Gleichzeitig blieb der Direktvertrieb hinter den internen Erwartungen zurück. Angesichts der verbesserten Ertragslage hob Levi Strauss seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr an.
Europa und Asien unterstützen Umsatzwachstum
In der Region Amerika stiegen die Erlöse um vier Prozent auf 839 Millionen Dollar. Organisch betrug das Plus zwei Prozent, während der Umsatz im US-Heimatmarkt auf berichteter Basis um ein Prozent zurückging.
Europa erwirtschaftete 442 Millionen Dollar und verzeichnete damit einen Zuwachs von vier Prozent. Organisch erreichte die Region fünf Prozent Wachstum. In Asien erhöhten sich die Einnahmen um fünf Prozent auf 293 Millionen Dollar, währungs- und strukturbereinigt sogar um zehn Prozent.
Die Marke Beyond Yoga steigerte ihren Umsatz um neun Prozent auf 36 Millionen Dollar. Insgesamt entwickelte sich das internationale Geschäft damit dynamischer als der amerikanische Heimatmarkt.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Großhandel wächst stärker als Direktvertrieb
Im Vertrieb zeigten sich unterschiedliche Entwicklungen. Das Wholesale-Geschäft legte weltweit um sechs Prozent zu, wobei sämtliche Regionen zum Wachstum beitrugen. Besonders Europa und Asien entwickelten sich positiv.
Der Direktvertrieb an Endkunden, einschließlich eigener Geschäfte und E-Commerce, erreichte dagegen lediglich zwei Prozent Umsatzwachstum. Sein Anteil am Konzernumsatz lag bei 45 Prozent. Die vergleichbaren Umsätze im DTC-Geschäft stagnierten nahezu und erhöhten sich lediglich um 0,4 Prozent.
Während der Onlinehandel um zehn Prozent wuchs, entwickelte sich das stationäre Direktgeschäft schwächer. In Europa sank der DTC-Umsatz um zwei Prozent, in den USA um ein Prozent. Asien verzeichnete dagegen einen Anstieg von acht Prozent.
Konzernchefin Michelle Gass räumte ein, dass die Ergebnisse des Direktvertriebs unter den eigenen Zielsetzungen geblieben seien. Das Unternehmen habe bereits Gegenmaßnahmen eingeleitet und rechne für das Schlussquartal mit einem DTC-Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich.
Zollrückerstattungen verbessern die Profitabilität
Die operative Marge erhöhte sich von 10,8 auf 13,8 Prozent. Die bereinigte EBIT-Marge stieg deutlich von 11,8 auf 15,5 Prozent. Gleichzeitig verbesserte sich die Bruttomarge um 4,5 Prozentpunkte auf 66,2 Prozent.
Ein wesentlicher Teil dieser Entwicklung geht auf Rückerstattungen von US-Importzöllen zurück. Sie erhöhten die Bruttomarge zunächst um 4,9 Prozentpunkte. Nach zusätzlichen Ausgaben zur Unterstützung des Geschäfts verblieb ein positiver Effekt von 3,7 Prozentpunkten.
Levi Strauss verbuchte im Quartal Zollerstattungen von 79 Millionen Dollar in den Herstellungskosten sowie fünf Millionen Dollar an Zinserträgen. Davon investierte das Unternehmen 25 Millionen Dollar erneut in operative Maßnahmen, darunter zusätzliche Marketing- und Verkaufsförderungsaktivitäten.
Der bereinigte operative Gewinn stieg um 36 Prozent auf 249 Millionen Dollar. Der bereinigte Nettogewinn erreichte 189 Millionen Dollar nach 136 Millionen Dollar im Vorjahr. Das bereinigte verwässerte Ergebnis je Aktie verbesserte sich von 0,34 auf 0,48 Dollar.
Levi Strauss erhöht Gewinnprognose für 2026
Nach den Ergebnissen der ersten neun Monate rechnet Levi Strauss mit einer höheren Jahresprofitabilität. Die Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie wurde von bislang 1,46 bis 1,52 Dollar auf 1,54 bis 1,56 Dollar angehoben.
Die bereinigte EBIT-Marge soll nun etwa 12,1 Prozent erreichen. Zuvor hatte das Unternehmen rund zwölf Prozent erwartet. Bei der Bruttomarge wird ein Anstieg um 1,3 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr prognostiziert.
Für das Gesamtjahr erwartet der Konzern ein berichtetes Umsatzwachstum von ungefähr sieben Prozent. Organisch sollen die Erlöse um rund sechs Prozent zulegen. Die Prognose berücksichtigt die fortgeführten Geschäftsbereiche ohne die veräußerte Marke Dockers.
Finanzchef Harmit Singh verwies auf die verbesserte Geschäftsentwicklung und die gezielte Verwendung der Zollrückerstattungen. Insgesamt sollen im Geschäftsjahr rund 60 Millionen Dollar dieser Mittel in zusätzliche Wachstumsmaßnahmen fließen.
Aktienrückkäufe und Dividenden bleiben Bestandteil der Strategie
Neben den operativen Investitionen setzt Levi Strauss seine Kapitalrückführungen fort. Im dritten Quartal schüttete der Konzern rund 61,6 Millionen Dollar an Dividenden aus. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Ein zuvor gestartetes beschleunigtes Aktienrückkaufprogramm über 200 Millionen Dollar wurde abgeschlossen. Insgesamt erwarb das Unternehmen darüber rund 9,4 Millionen eigene Aktien zurück.
Zusätzlich plant Levi Strauss ein weiteres beschleunigtes Rückkaufprogramm im Umfang von 100 Millionen Dollar. Zum Quartalsende verfügte der Konzern über liquide Mittel von 641 Millionen Dollar und eine Gesamtliquidität von etwa 1,5 Milliarden Dollar.
Für November wurde zudem eine Dividende von 0,16 Dollar je Aktie angekündigt. Die erhöhten Ausschüttungen und Aktienrückkäufe unterstreichen die Zuversicht des Managements, auch im weiteren Jahresverlauf profitabel zu wachsen.





