Der europäische Logistikimmobilienmarkt hat 2025 ein spürbares Lebenszeichen gesendet. Nach einem verhaltenen Vorjahr stieg der Flächenumsatz in den sechs wichtigsten Märkten um drei Prozent auf 19,4 Millionen Quadratmeter. Zwar liegt dieses Ergebnis weiterhin unter dem langjährigen Durchschnitt, doch laut einer Analyse von BNP Paribas Real Estate zeigt die Branche trotz geopolitischer Unsicherheiten und wirtschaftlicher Belastungen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit.
Unterschiedliche Dynamik in den europäischen Märkten
Während einige Länder ihre Anmietungsaktivitäten angesichts konjunktureller Risiken zurückstellten, setzte sich europaweit ein klarer Trend durch: Transaktionen im Segment zwischen 20.000 und 40.000 Quadratmetern nahmen sichtbar zu. Gleichzeitig entwickelten sich Leerstandsquoten sehr heterogen und reichten regional von knapp zwei bis elf Prozent. Besonders angespannt bleibt die Lage in Städten wie Barcelona, Mailand oder Prag, wo die Angebotsknappheit die Mieten weiter steigen lässt.
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Nationale Entwicklungen prägen das Gesamtbild
Die Marktperformance unterscheidet sich deutlich zwischen den Ländern. In Großbritannien konzentriert sich ein großer Teil der Nachfrage weiterhin auf die Midlands, wo insbesondere Aufträge aus Gesundheits- und Verteidigungsbranchen dominieren. Deutschland verzeichnete ein starkes Plus bei großflächigen Abschlüssen über 20.000 Quadratmeter, getragen vor allem von E-Commerce-Logistikern. Frankreich hingegen musste ein Minus hinnehmen, während Spanien dank robuster Konjunktur fast zu früheren Rekordwerten zurückkehrte. In den Niederlanden bremsen Flächenknappheit und Regulierung das Wachstum, während Polen im zweiten Halbjahr 2025 an Dynamik gewann und die Leerstandsquote moderat sank.
Spitzenabschlüsse setzen Akzente
Besonders große Deals prägten das Bild in Frankreich und Großbritannien. Mehrere Transaktionen über 100.000 Quadratmeter – darunter zwei großvolumige Abschlüsse von Amazon sowie ein Projekt für Marks & Spencer – unterstreichen, dass Großnutzer ihre Expansionsstrategien trotz unsicherer Rahmenbedingungen fortführen.
Mietwachstum bleibt robust
Europaweit kletterten die Spitzenmieten 2025 im Schnitt um 4,5 Prozent. Neben dem knappen Flächenangebot spielen geringe spekulative Bautätigkeit, steigende Baukosten und höhere Anforderungen an moderne Logistikobjekte eine Rolle. Für 2026 erwartet BNP Paribas Real Estate eine Fortsetzung dieses Aufwärtstrends, jedoch mit geringerer Dynamik.
Investitionen erreichen wieder Vorkrisenniveau
Mit einem Volumen von 45 Milliarden Euro kehrte der Investmentmarkt 2025 auf Vorpandemie-Niveau zurück. Stabilere Finanzierungskosten, rückläufige Inflation und erneutes Interesse institutioneller Investoren führten zu einem europaweiten Plus von elf Prozent. Die Märkte in Großbritannien und Deutschland dominierten das Geschehen, gemeinsam mit Schweden getragen von mehreren großvolumigen Portfolioverkäufen. Während Deutschland erst in der zweiten Hälfte des Jahres an Schwung gewann, blieb die Aktivität in Spanien durch ein solides wirtschaftliches Umfeld abstützt.
Großtransaktionen und neue Partnerschaften prägen das Investmentjahr
Neben der Rückkehr großer Einzeldeals spielten paneuropäische Joint Ventures eine bedeutende Rolle. Zu den größten Transaktionen zählten der Erwerb eines britischen Portfolios durch LondonMetric, der Kauf eines Blackstone-Portfolios durch Tritax Big Box sowie der Erwerb eines 370.000-Quadratmeter-Pakets durch Segro. Internationale Kooperationen wie jene von AustralianSuper mit Oxford Properties oder die Partnerschaft zwischen AREIM und VGP verdeutlichen das anhaltende Interesse globaler Anleger.
Ausblick 2026: Stabilisierung der Renditen
Die Spitzenrenditen bewegten sich 2025 zwischen 4,5 Prozent in Deutschland und 5,4 Prozent in Italien. Steigende Langfristzinsen sorgten zum Jahresende punktuell für leichte Renditeanstiege, doch für 2026 wird eine Stabilisierung erwartet. Moderate Preissteigerungen auf Basis weiterhin wachsender Mieten gelten als wahrscheinlich.


