Der französische Luxusgüterkonzern LVMH hat in den ersten neun Monaten 2026 einen Umsatz von 57,15 Milliarden Euro erzielt. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem nominalen Rückgang von zwei Prozent. Bereinigt um Währungseffekte und Veränderungen des Konsolidierungskreises stiegen die Erlöse dagegen um zwei Prozent.
Im dritten Quartal verlangsamte sich das organische Wachstum auf ein Prozent. Während sich die Geschäfte in den USA, Europa und Japan positiv entwickelten, belastete eine schwächere Nachfrage in China insbesondere das Mode- und Lederwarensegment. Wachstumstreiber waren vor allem Schmuck, Uhren und der selektive Einzelhandel.
Mode und Lederwaren verlieren vier Prozent Umsatz
Die größte Geschäftssparte des Konzerns, Fashion & Leather Goods, erwirtschaftete von Januar bis September 26,39 Milliarden Euro. Im Vorjahr waren es 27,61 Milliarden Euro. Der ausgewiesene Umsatz sank damit um vier Prozent, organisch betrug das Minus zwei Prozent.
Im dritten Quartal verschärfte sich die Entwicklung mit einem organischen Rückgang von fünf Prozent. LVMH verwies insbesondere auf das schwächere Marktumfeld in China, während die Nachfrage in den USA stabiler blieb.
Louis Vuitton profitierte nach Konzernangaben von seinen Bekleidungs- und Lederwarenkollektionen. Christian Dior verzeichnete eine positive Resonanz auf die Entwürfe von Jonathan Anderson. Auch Loro Piana entwickelte sich erfolgreich. Zum 1. September 2026 veräußerte LVMH die Modemarke Marc Jacobs an WHP Global.
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Schmuck und Uhren wachsen organisch um acht Prozent
Deutlich besser entwickelte sich die Sparte Watches & Jewelry. Ihr Umsatz erhöhte sich von 7,41 auf 7,73 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominalen Wachstum von vier Prozent und einem organischen Plus von acht Prozent.
Im dritten Quartal erreichte der Geschäftsbereich ein organisches Wachstum von sechs Prozent. Besonders das Schmuckgeschäft trug zur Entwicklung bei. Tiffany & Co. stärkte seine etablierten Kollektionen und modernisierte weitere Verkaufsstandorte.
Bvlgari profitierte nach Unternehmensangaben von der neuen Eclettica-Kollektion für hochwertigen Schmuck und Luxusuhren. Auch Chaumet entwickelte sein Sortiment weiter. Im Uhrengeschäft setzte TAG Heuer seine Präsenz im Umfeld der Formel 1 fort.
Sephora treibt Wachstum im Einzelhandelsgeschäft
Die Sparte Selective Retailing erzielte in den ersten neun Monaten einen Umsatz von 12,48 Milliarden Euro. Nominal lag dieser ein Prozent unter dem Vorjahreswert von 12,61 Milliarden Euro. Organisch wuchs der Bereich dagegen um sechs Prozent.
Im dritten Quartal beschleunigte sich das organische Wachstum auf acht Prozent. Wesentlichen Anteil daran hatte die Kosmetikeinzelhandelskette Sephora. Sie gewann nach Konzernangaben in mehreren Ländern Marktanteile und erweiterte ihr Markenangebot unter anderem um Rhode und verschiedene chinesische Kosmetikmarken.
Zugleich expandierte Sephora in weitere europäische Märkte, darunter Belgien und Kroatien. Das Pariser Warenhaus Le Bon Marché verzeichnete ebenfalls steigende Erlöse. Den überwiegenden Teil des Geschäfts von DFS hat LVMH inzwischen verkauft.
Champagner und Cognac unterstützen Getränkesparte
Die Sparte Wines & Spirits erwirtschaftete einen Umsatz von 4,03 Milliarden Euro. Gegenüber 3,92 Milliarden Euro im Vorjahreszeitraum entspricht dies einem nominalen Zuwachs von drei Prozent. Organisch stiegen die Erlöse um fünf Prozent.
Im dritten Quartal erreichte das organische Wachstum sechs Prozent. Das Champagnergeschäft zeigte insbesondere in Europa weitere Erholungstendenzen. Moët & Chandon setzte seine Partnerschaft mit der Formel 1 fort.
Bei Hennessy entwickelte sich das Cognacgeschäft in Asien positiv. In den USA unterstützte die Einführung neuer trinkfertiger Cocktails das Geschäft. Auch Roséweine aus der Provence verzeichneten Zuwächse.
Kosmetikgeschäft bleibt organisch stabil
Die Sparte Perfumes & Cosmetics erzielte in den ersten neun Monaten 5,92 Milliarden Euro Umsatz nach 6,04 Milliarden Euro im Vorjahr. Nominal entspricht dies einem Rückgang von zwei Prozent. Bereinigt um Währungs- und Konsolidierungseffekte blieb der Umsatz stabil. Im dritten Quartal verzeichnete das Segment ein organisches Plus von einem Prozent.
Parfums Christian Dior unterstützte das Geschäft mit neuen Varianten etablierter Duftlinien und einer positiven Entwicklung bei Make-up-Produkten.
Guerlain profitierte von seinen Parfumkollektionen sowie der Nachfrage nach dem Lippenstift Rouge G. Auch Givenchy, Maison Francis Kurkdjian und Acqua di Parma erweiterten ihre Angebote.
Währungseffekte belasten ausgewiesenen Konzernumsatz
Der Unterschied zwischen nominaler und organischer Umsatzentwicklung erklärt sich vor allem durch Wechselkurse und Veränderungen im Konsolidierungskreis.
Für die ersten neun Monate beziffert LVMH den negativen Einfluss von Währungsschwankungen auf drei Prozentpunkte. Änderungen im Konsolidierungskreis belasteten die Entwicklung um einen weiteren Prozentpunkt.
Im dritten Quartal wirkten sich Währungseffekte dagegen mit zwei Prozentpunkten positiv aus, während Veränderungen des Konsolidierungskreises das Wachstum um zwei Prozentpunkte verringerten. Damit zeigt sich, dass die operative Entwicklung der einzelnen Geschäftsbereiche teilweise deutlich von den ausgewiesenen Umsatzzahlen abweicht.
LVMH hält trotz China-Schwäche an Strategie fest
Für den weiteren Jahresverlauf verweist LVMH auf die anhaltenden wirtschaftlichen und geopolitischen Unsicherheiten. Der Konzern will seine Marken durch Produktentwicklung, hochwertige Einzelhandelskonzepte und gezielte Investitionen weiter stärken.
Die Neunmonatszahlen zeigen jedoch unterschiedliche Entwicklungen innerhalb des Luxusgeschäfts. Während Schmuck und der Kosmetikeinzelhandel organisch wachsen, bleibt das umsatzstarke Mode- und Lederwarensegment unter Druck.
Für die weitere Geschäftsentwicklung dürfte insbesondere entscheidend sein, ob sich die Nachfrage in China stabilisiert und die positive Entwicklung in den USA, Europa und Japan anhält.






