Steigende Zölle, komplexere Handelsvorschriften und unsichere Lieferketten erhöhen den Druck auf international tätige Unternehmen. Mit einer erweiterten Version seines KI-gestützten Trade & Tariff Studio will der Logistikkonzern Maersk Unternehmen dabei unterstützen, Zollrisiken früher zu erkennen und fundiertere Entscheidungen entlang der Lieferkette zu treffen. Die Plattform verknüpft Handelsplanung, Zollabwicklung und Compliance in einem durchgängigen digitalen Prozess und soll bereits vor dem Versand von Waren Transparenz über Kosten, Risiken und regulatorische Anforderungen schaffen.
KI soll Zollentscheidungen bereits in der Planungsphase unterstützen
Die neue Version baut auf der 2025 eingeführten Plattform auf und erweitert diese um zusätzliche Funktionen für den gesamten Zollprozess. Unternehmen erhalten bereits in frühen Phasen der Produktentwicklung oder Beschaffung Hinweise zu Zolltarifen, Wareneinstufungen und regulatorischen Vorgaben. Mithilfe künstlicher Intelligenz analysiert die Lösung Produktdaten und unterstützt bei der Bewertung möglicher Zollkosten sowie der Einhaltung internationaler Vorschriften. Ziel ist es, potenzielle Risiken zu erkennen, bevor Waren produziert oder transportiert werden.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Einheitliche Plattform verbindet Planung, Abwicklung und Compliance
Maersk verfolgt mit der Weiterentwicklung einen ganzheitlichen Ansatz für das Zollmanagement. Statt einzelne Prozessschritte wie Klassifizierung, Zollanmeldung oder Prüfungen separat zu betrachten, verbindet die Plattform diese in einem gemeinsamen Workflow. Unternehmen sollen dadurch einen besseren Überblick über Zollpflichten, regulatorische Anforderungen und mögliche Kosten erhalten. Gleichzeitig unterstützt die Lösung bei der Dokumentation sowie bei der Vorbereitung auf spätere Prüfungen und Audits.
Neue Funktionen automatisieren komplexe Handelsprozesse
Zu den erweiterten Funktionen gehören KI-gestützte Vorschläge für die Warentarifierung, Simulationen verschiedener Beschaffungs- und Produktionsszenarien sowie die automatisierte Klassifizierung großer Produktkataloge mit tausenden Artikeln. Darüber hinaus beobachtet die Plattform fortlaufend Änderungen bei Handelsvorschriften, Zöllen und behördlichen Anforderungen. Auch Vorgaben verschiedener Aufsichtsbehörden lassen sich in die Bewertung einbeziehen. Die Bedienung erfolgt über eine dialogbasierte KI-Oberfläche, die neben Texteingaben auch Produktbilder, technische Dokumente oder Internetlinks verarbeitet.
Internationale Unternehmen stehen im Fokus
Nach Angaben von Maersk richtet sich die Lösung insbesondere an Handelsunternehmen, Hersteller, regulierte Branchen und international tätige Konzerne mit komplexen Lieferketten. Die Plattform ergänzt die bestehenden Zoll- und Logistikdienstleistungen des Unternehmens und verbindet Handelsinformationen direkt mit operativen Zollprozessen. Dadurch sollen Unternehmen ihre Zollbelastung früher kalkulieren, Compliance-Risiken reduzieren und Entscheidungen entlang der gesamten Lieferkette fundierter treffen können.






