Marley Spoon verschärft seine laufende Restrukturierung und will rund 21 Prozent der weltweiten Belegschaft abbauen. Betroffen sind laut Adhoc-Mitteilung alle Regionen und Tochtergesellschaften, darunter Deutschland, Portugal, die USA und Australien. Eine absolute Zahl der wegfallenden Stellen nannte der Anbieter von Kochboxen und Essens-Abonnements zunächst nicht.
Stellenabbau fällt deutlich größer aus als 2025
Bereits im Februar 2025 hatte Marley Spoon die weltweite Belegschaft um rund fünf Prozent reduziert. Die aktuelle Maßnahme fällt wesentlich umfangreicher aus und greift tiefer in die Organisation ein.
Ende 2025 beschäftigte die Gruppe 828 Mitarbeiter. Auf dieser Basis würde ein Abbau von 21 Prozent rechnerisch rund 174 Stellen entsprechen. Die tatsächliche Zahl kann jedoch abweichen, da keine aktuelle Mitarbeiterzahl für September 2026 vorliegt.
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Umsatz sinkt, Margen verbessern sich
Die wirtschaftliche Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild. 2025 erzielte Marley Spoon einen Nettoumsatz von 246 Millionen Euro. Währungsbereinigt entsprach dies einem Rückgang von rund 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Gleichzeitig verbesserte sich die Profitabilität. Die Contribution Margin erreichte 37,8 Prozent, das operative EBITDA stieg um 39 Prozent auf 12,8 Millionen Euro. Das Unternehmen setzt damit stärker auf Margen, Marketingeffizienz und Liquidität statt auf reines Volumenwachstum.
Deutsche Tochter bleibt im Fokus der Finanzierung
Besonders angespannt bleibt die Lage bei der deutschen Marley Spoon SE. Anfang September 2026 wurde eine weitere Restrukturierung der Finanzierung angekündigt. Der Kreditgeber Runway Growth Finance stellte dafür eine Brückenfinanzierung von bis zu 8,1 Millionen Euro bereit.
Diese soll den Liquiditätsbedarf bis zu einem neuen Finanzierungspaket überbrücken, das Ende November abgeschlossen werden soll. Der überarbeitete Geschäftsplan sieht zusätzliche Kostensenkungen, effizienteres Marketing und länderspezifische Maßnahmen vor.
Führung wurde ebenfalls neu geordnet
Auch an der Spitze des Konzerns kam es 2026 zu Veränderungen. Der damalige CEO Daniel Raab verließ das Unternehmen Anfang Juni. Seitdem führt Dr. Daniel Koch die Marley Spoon Group SE sowie die deutsche Gesellschaft interimistisch.
Damit treffen mehrere Restrukturierungselemente zusammen: Führungswechsel, Refinanzierung und nun ein umfangreicher Personalabbau.
Kein Rückzug aus einzelnen Märkten geplant
Marley Spoon betont, dass der Stellenabbau keinen Rückzug aus Deutschland, Portugal, den USA oder Australien bedeutet. Der Konzern will seine Aktivitäten in diesen Märkten fortsetzen, allerdings mit einer deutlich schlankeren Kosten- und Organisationsstruktur.
Offen bleibt, wie stark sich die Einschnitte auf Logistik, Kundenservice, Rezeptentwicklung oder Marketing auswirken werden. Der angekündigte Abbau zeigt jedoch, dass Marley Spoon seine Organisation substanziell verkleinert.




