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Neue Studie warnt: Höhere Mehrwertsteuer belastet Familien überproportional

Taschen mit Tax-Tasten als Symbol für das neue Plattform-Steuertransparenzgesetz in Europa
Bruno / Pixabay

Key takeaways

Eine höhere Mehrwertsteuer würde laut einer neuen Studie vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen und Familien belasten. Gleichzeitig könnte sie die Inflation erhöhen und die wirtschaftliche Erholung bremsen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Eine mögliche Erhöhung der Mehrwertsteuer zur Stabilisierung des Staatshaushalts könnte erhebliche Nebenwirkungen haben. Laut einer aktuellen Analyse der Hans-Böckler-Stiftung würde sie vor allem Haushalte mit niedrigen Einkommen und Familien stärker belasten und zugleich die wirtschaftliche Erholung gefährden.

Ungleich verteilte Belastung

Die Mehrwertsteuer wirkt grundsätzlich regressiv: Haushalte mit geringem Einkommen geben einen größeren Teil ihres Budgets für Konsum aus und sind daher stärker betroffen als Besserverdienende.

Beispielsweise würde eine Erhöhung des regulären Steuersatzes um einen Prozentpunkt eine Familie mit zwei Kindern und rund 3.800 Euro Monatseinkommen um etwa 11 Euro zusätzlich belasten. Für alleinlebende Gutverdienende fällt die relative Belastung deutlich geringer aus.

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Familien besonders betroffen

Neben einkommensschwächeren Haushalten sind insbesondere Familien stärker belastet als Singles oder kinderlose Paare. Grund ist ihr höherer Konsumanteil bei gleichem Einkommen.

Damit verschärft eine Mehrwertsteuererhöhung bestehende soziale Unterschiede, insbesondere in Phasen steigender Lebenshaltungskosten.

Ausgleich durch ermäßigten Satz begrenzt

Diskutiert wird, eine Erhöhung des regulären Satzes mit einer Senkung des ermäßigten Satzes für Grundbedarf zu kombinieren. Dadurch könnten Belastungen teilweise abgefedert werden.

Allerdings reduziert ein solcher Ansatz auch die zusätzlichen Staatseinnahmen deutlich. Während eine isolierte Anhebung rund 8 Milliarden Euro bringen könnte, sinkt der Effekt bei gleichzeitiger Entlastung deutlich.

Inflationseffekte nicht zu unterschätzen

Ein weiteres Problem ist die Wirkung auf die Inflation. Eine deutliche Mehrwertsteuererhöhung könnte die Teuerungsrate spürbar anheben und damit zusätzlichen Preisdruck erzeugen.

Zudem besteht Unsicherheit darüber, ob Steuersenkungen vollständig an Verbraucher weitergegeben werden – was die entlastende Wirkung weiter begrenzen würde.

Risiken für Wachstum und Investitionen

Steigende Preise könnten den privaten Konsum und die Bautätigkeit bremsen – zwei zentrale Faktoren für die wirtschaftliche Erholung.

Gleichzeitig könnte der Inflationsanstieg den Druck auf die Europäische Zentralbank erhöhen, die Zinsen anzuheben. Höhere Zinsen würden Investitionen zusätzlich dämpfen und die Industrie belasten.

Begrenzte Wirkung von Gegenmaßnahmen

Vorschläge, die Mehreinnahmen durch niedrigere Einkommensteuern oder Sozialabgaben auszugleichen, greifen laut Analyse nur bedingt. Viele Haushalte mit niedrigen Einkommen profitieren davon kaum.

Zudem zeigen Erfahrungen, dass solche Entlastungen oft weniger stark wahrgenommen werden als direkte Preissteigerungen – mit negativen Effekten auf die Konsumstimmung.

Die Analyse macht deutlich: Eine Mehrwertsteuererhöhung ist kein neutraler fiskalischer Hebel, sondern hätte spürbare soziale und wirtschaftliche Folgen – insbesondere in einer Phase bereits hoher Energiepreise.

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