Das Mobile Banking hat sich in Deutschland endgültig als wichtigster Zugang zu Finanzdienstleistungen etabliert. Laut einer aktuellen YouGov-Studie erledigen inzwischen 49 Prozent der Deutschen ihre Bankgeschäfte häufig per Smartphone-App. Weitere 48 Prozent nutzen regelmäßig Online-Banking am Computer oder Laptop.
Die klassische Bankfiliale verliert dagegen zunehmend an Bedeutung: Nur noch elf Prozent der Befragten besuchen häufig eine Filiale. Die Studie verdeutlicht damit den tiefgreifenden Strukturwandel im deutschen Bankenmarkt.
Digitale Kanäle dominieren den Alltag
Besonders klassische Standardfunktionen werden heute überwiegend digital genutzt. Dazu zählen vor allem Überweisungen, Kontostandsabfragen und die Verwaltung von Daueraufträgen.
Unter den Online-Banking-Nutzern erledigen 73 Prozent ihre Überweisungen digital, bei Mobile-Banking-Nutzern sind es 69 Prozent. Auch Benachrichtigungen, Kartenverwaltung und Wertpapiergeschäfte werden zunehmend online abgewickelt.
Auffällig ist dabei die Dominanz von Banking-Apps: 84 Prozent der Mobile-Banking-Nutzer greifen über eine App auf ihre Bankdienstleistungen zu, während Browserlösungen deutlich an Bedeutung verlieren.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Deutliche Unterschiede zwischen den Generationen
Die Studie zeigt zugleich erhebliche Unterschiede zwischen jüngeren und älteren Kundengruppen. Vor allem Menschen zwischen 18 und 54 Jahren nutzen Bankdienstleistungen überwiegend digital.
Bei den über 55-Jährigen bleibt die Filiale zwar relevanter, dennoch hat auch dort die Digitalisierung deutlich an Bedeutung gewonnen. Bereits 65 Prozent dieser Altersgruppe nutzen Mobile Banking, 36 Prozent Online-Banking am Computer.
Die Ergebnisse zeigen damit, dass digitale Finanzdienstleistungen inzwischen alle Altersgruppen erreichen und sich die Nutzungsmuster generationenübergreifend verändern.
Multi-Channel-Nutzung wird zum Standard
Die meisten Bankkundinnen und -kunden kombinieren heute mehrere Zugangswege. Reine Filialkunden sind mit sechs Prozent nur noch eine kleine Minderheit.
Demgegenüber wickeln 28 Prozent ihre Bankgeschäfte ausschließlich digital über Smartphone oder Computer ab. Die Mehrheit nutzt je nach Situation unterschiedliche Kanäle parallel.
Besonders technikaffine Nutzergruppen setzen stark auf mobile Anwendungen und digitale Services. Diese Kundinnen und Kunden verfügen laut Studie häufig über höhere Einkommen und zeigen eine größere Affinität zu Online-Shopping und digitalen Technologien.
Banken müssen Strategien neu ausrichten
Für Banken und Finanzdienstleister haben die veränderten Nutzungsgewohnheiten weitreichende Konsequenzen. Die Studie macht deutlich, dass digitale Angebote und personalisierte Nutzererlebnisse zunehmend über Wettbewerbsfähigkeit entscheiden.
Gleichzeitig bleibt die Filiale für bestimmte Zielgruppen weiterhin relevant – insbesondere für ältere Kundinnen und Kunden oder Menschen mit höheren Sicherheitsbedenken gegenüber digitalen Anwendungen.
Branchenexperten sehen deshalb eine differenzierte Zielgruppenansprache als zentrale Herausforderung der kommenden Jahre. Banken müssen digitale Services ausbauen und gleichzeitig passende Angebote für filialaffine Kundengruppen erhalten.
Der Wandel im Banking gilt damit längst nicht mehr als kurzfristiger Trend, sondern als grundlegende Transformation des gesamten Finanzsektors.




