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Studie: Verbraucher akzeptieren Aufpreise für nachhaltige Verpackungen

Nachhaltige Verpackung im Handel
Foto: RETAIL-NEWS / Made with AI

Key takeaways

Die Zahlungsbereitschaft für nachhaltige Verpackungen steigt wieder. Laut einer Studie würden 60 Prozent der deutschen Verbraucher einen Aufpreis akzeptieren. Gleichzeitig setzen die Kunden dem Mehrpreis enge Grenzen und bevorzugen leicht erkennbare Materialeinsparungen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Die Zahlungsbereitschaft deutscher Verbraucher für nachhaltigere Verpackungen nimmt wieder zu. 60 Prozent sind grundsätzlich bereit, für entsprechend verpackte Produkte mehr zu bezahlen. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um sechs Prozentpunkte, zeigt die aktuelle „Sustainable Product Packaging“-Studie der Strategieberatung Simon-Kucher.

Der finanzielle Spielraum bleibt allerdings begrenzt. 30 Prozent der Befragten würden bezogen auf den gesamten Produktpreis maximal fünf Prozent Aufschlag akzeptieren.

Jüngere deutlich zahlungsbereiter

Besonders groß sind die Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Bei den unter 25-Jährigen würden 83 Prozent einen Aufpreis für nachhaltige Verpackungen akzeptieren. Unter den über 54-Jährigen sind es lediglich 51 Prozent.

Damit beträgt der Abstand 32 Prozentpunkte und ist gegenüber 2025 nochmals deutlich gewachsen. Für Hersteller erhöht das die Anforderungen an Preisgestaltung und zielgruppengerechte Kommunikation.

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Weniger Verpackungsmaterial überzeugt

Entscheidend ist zudem, dass Verbraucher Nachhaltigkeit unmittelbar erkennen können. Für 49 Prozent ist ein möglichst geringer Materialeinsatz das wichtigste Merkmal einer nachhaltigen Verpackung. Auch verständliche Recyclinghinweise spielen eine wichtige Rolle.

Offizielle Umweltlabels werden dagegen nur von 26 Prozent als Erkennungsmerkmal genannt. Zwölf Prozent geben an, nachhaltige Verpackungen nicht zuverlässig identifizieren zu können.

Gezielte Verbote finden Zustimmung

Auch regulatorische Eingriffe zur Verringerung von Verpackungsmüll werden von einem Teil der Verbraucher unterstützt. Mit 37 Prozent erhalten Verbote bestimmter Einwegverpackungen die größte Zustimmung. Vorgaben zur Verringerung von Leerraum in Verpackungen erreichen 35 Prozent.

Eine Ausweitung der Pfandpflicht auf weitere Verpackungsarten findet dagegen lediglich bei 25 Prozent Zustimmung. Je stärker Maßnahmen den Alltag und Komfort der Verbraucher berühren, desto geringer scheint die Akzeptanz auszufallen.

Nachhaltigkeit bleibt trotz Preisdruck wichtig

Bemerkenswert ist die Entwicklung vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Belastungen. Für 71 Prozent der Befragten sind nachhaltige Verpackungen trotz Inflation, hoher Energiepreise und geopolitischer Spannungen mindestens genauso wichtig wie zuvor.

Für Hersteller ergibt sich daraus ein differenziertes Bild: Nachhaltige Verpackungen können den wahrgenommenen Produktwert steigern, die Verbraucher setzen zusätzlichen Kosten jedoch enge Grenzen. Gleichzeitig müssen Materialeinsparungen und Recyclingfähigkeit möglichst einfach und unmittelbar erkennbar sein.

Die Studie deutet damit auf eine steigende grundsätzliche Zahlungsbereitschaft hin, ohne Unternehmen einen großen Preisspielraum zu eröffnen. Besonders bei jüngeren Zielgruppen entwickelt sich Nachhaltigkeit bei Verpackungen zunehmend zu einem relevanten Faktor für Produktgestaltung und Positionierung.

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