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Nach Preisboom: Markt für Papier, Büro und Schreibwaren rutscht weiter ab

Laptop auf einem Home Office Schreibtisch
Foto: Ken Tomita / Pexels

Key takeaways

Der deutsche Markt für Papier, Büro und Schreibwaren schrumpft 2025 laut IFH KÖLN und BBE Handelsberatung auf rund 12,8 Milliarden Euro. Nach zwei Jahren preisgetriebener Zuwächse dominieren nun konjunkturelle Schwäche und strukturelle Veränderungen. Auch für 2026 rechnen die Experten mit weiteren Umsatzrückgängen.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Nach zwei Jahren deutlicher Preissteigerungen fällt der deutsche Markt für Papier, Büro und Schreibwaren (PBS) wieder spürbar zurück. Die konjunkturelle Schwäche, ein dauerhaft verändertes Arbeitsumfeld sowie ein zunehmender Fokus auf Kosten und Nachhaltigkeit sorgen dafür, dass der Markt 2025 laut IFH KÖLN und BBE Handelsberatung auf rund 12,8 Milliarden Euro sinkt. Für 2026 rechnen die Experten erneut mit rückläufigen Umsätzen – ein Trend, der sich voraussichtlich auch in den Folgejahren fortsetzt. Die Branche kämpft weniger mit konjunkturellen Schwankungen als mit strukturellem Wandel, der den Bedarf an klassischen Büro- und Papierprodukten dauerhaft reduziert.

Strukturwandel statt zyklischer Schwäche

Wie Dr. Moritz Brandauer von der BBE Handelsberatung erklärt, verändern digitale Arbeitsprozesse, Homeoffice-Regelungen und ein wachsender Nachhaltigkeitsgedanke die Nachfrage tiefgreifend. Unternehmen und Verbraucher vergleichen zunehmend Preise, akzeptieren längere Lieferzeiten für günstigere Alternativen und wechseln häufiger zu preisaggressiven Händlern. Diese Entwicklung verstärkt die Preissensibilität und setzt die etablierten Anbieter unter zusätzlichen Druck.

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Büropapiere verlieren erheblich – trotz nominal hoher Umsätze

Zu den kurzfristigen Gewinnern der vergangenen Jahre gehörten Büropapiere – allerdings ausschließlich aufgrund massiver Preisanstiege. Weder stieg die Nachfrage, noch gab es einen pandemiebedingten Nachholeffekt. Preisbereinigt zeigt sich das Gegenteil: Seit 2019 ist die Absatzmenge um knapp 30 Prozent eingebrochen. 2025 setzt sich dieser Trend fort. Während der nominale Umsatz mit rund sechs Milliarden Euro über dem Niveau der Jahre 2020/2021 liegt, sinkt der preisbereinigte Wert deutlich auf etwa 4,3 Milliarden Euro.

Fachhandel verliert, alternative Vertriebskanäle gewinnen

Zwischen 2016 und 2025 hat der stationäre Fachhandel deutlich an Relevanz eingebüßt. Sinkende Frequenzen in den Innenstädten, Angebotslücken und verändertes Einkaufsverhalten schwächen das Segment spürbar. Parallel wächst der Onlinehandel dynamisch und hat seinen Umsatz seit 2016 verdoppelt. Auch SB-Warenhäuser, der Lebensmitteleinzelhandel und Discounter konnten ihren Marktanteil ausbauen – ein Trend, der sich seit der Pandemie verstärkt hat. Laut Christoph Lamsfuß vom IFH KÖLN profitieren diese Formate von schneller Verfügbarkeit, günstigen Preisen und dem Mitnahmeeffekt beim Wocheneinkauf. Hinzu kommen neue Wettbewerber wie Temu, Shein und das 2025 gestartete Amazon Haul, das günstige Sortimente mit etabliertem Amazon-Service kombiniert und den Druck zusätzlich erhöht.

Ausblick: Markt bleibt herausfordernd

Der PBS-Markt steht vor einem langfristigen Strukturwandel, der weit über kurzfristige Preisentwicklungen hinausgeht. Nachfrage, Vertriebswege und Wettbewerbsstrukturen verschieben sich grundlegend – zugunsten digitaler Arbeitsprozesse und wertorientierter Konsumentscheidungen. Während nominale Umsatzimpulse durch Preissteigerungen vereinzelt möglich bleiben, dürfte der mengenmäßige Rückgang sowie die Verlagerung zu günstigeren Kanälen die Branche weiterhin prägen.

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