Die deutsche Tochter des polnischen Non-Food-Discounters Pepco hat beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg ein Schutzschirmverfahren beantragt. Mit diesem Schritt will das Unternehmen eine tiefgreifende Restrukturierung einleiten, um den defizitären Betrieb im deutschen Markt langfristig auf eine tragfähige Basis zu stellen.
Wie Manager Magazin berichtet, erfolgt der Antrag laut Unternehmensangaben im Rahmen des präventiven Insolvenzverfahrens, das Firmen mit positiver Fortführungsprognose in Eigenverwaltung erlaubt, sich neu aufzustellen. Pepco hatte noch im Mai eine Filiale in Leipzig eröffnet.
Ziel: Neuausrichtung und Wettbewerbsfähigkeit
Das Schutzschirmverfahren soll es Pepco Deutschland ermöglichen, unter gerichtlichem Schutz und unter Mitwirkung externer Experten einen umfassenden Sanierungsplan zu entwickeln. Dabei geht es nicht nur um Kostenreduzierung und Filialoptimierung, sondern auch um eine strategische Neupositionierung im hart umkämpften deutschen Non-Food-Discountmarkt.
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Sanierung unter Leitung eines erfahrenen Restrukturierers
Für die Restrukturierung wurde Christian Stoffler von der Münchner Kanzlei Gerloff Liebler Rechtsanwälte zum Sanierungsgeschäftsführer bestellt. Stoffler gilt als erfahrener Krisenmanager im Handel und war unter anderem maßgeblich an der Sanierung des Modeunternehmens Esprit beteiligt. Mit seiner Expertise soll die wirtschaftliche Stabilisierung und die operative Neuausrichtung der Marke Pepco in Deutschland gelingen.
64 Filialen und 500 Mitarbeiter betroffen
Derzeit betreibt Pepco in Deutschland 64 Filialen, viele davon in den neuen Bundesländern. Etwa 500 Mitarbeitende sind von der geplanten Umstrukturierung betroffen. Der Markteintritt 2022 war ambitioniert: Pepco wollte mit niedrigen Preisen, einfacher Sortimentsstruktur und einem klar stationären Fokus Marktanteile gewinnen. Doch die wirtschaftlichen Ziele wurden nicht erreicht – die deutsche Einheit schreibt bislang rote Zahlen.
International erfolgreich – national unter Druck
Pepco wurde vor über zwei Jahrzehnten in Polen gegründet und gehört heute zu den größten Non-Food-Discountern Europas. Das Unternehmen ist in 18 Ländern vertreten, darunter Italien, Spanien, Rumänien und Kroatien, und betreibt insgesamt rund 3.000 Filialen. Die deutsche Niederlassung blieb jedoch bisher deutlich hinter den Erwartungen zurück. Die Gründe dafür liegen unter anderem im starken Wettbewerbsumfeld, logistischen Herausforderungen und einem anhaltend preissensiblen Konsumklima.


