Pinterest baut sein Werbegeschäft aus und setzt dabei auf das wachstumsstarke Segment des Connected TV (CTV). Mit der Übernahme von tvScientific, einem auf Performance-Werbung spezialisierten Anbieter, will das Unternehmen seine KI-gestützten Anzeigenprodukte künftig auch auf Fernsehbildschirmen anbieten.
Kombination aus visueller Suche und TV-Werbung
Bisher war Pinterest vor allem für visuelle Suche und Inspiration auf Mobilgeräten bekannt. Mit rund 600 Millionen monatlich aktiven Nutzern generiert die Plattform eine Vielzahl an Absichtssignalen – etwa durch das Speichern von Pins auf 15 Milliarden Pinnwänden. Diese Datenbasis nutzt Pinterest bereits, um personalisierte Produktempfehlungen und Einkaufserlebnisse zu schaffen. Die Integration von tvScientific soll nun ermöglichen, diese Absichtssignale auch im TV-Umfeld zu nutzen und mit klar messbaren Ergebnissen zu verbinden.
tvScientific bringt eine technologiegestützte Lösung mit, die es Werbetreibenden erlaubt, CTV-Kampagnen automatisiert zu buchen, per Ergebnis zu bezahlen und die Wirkung ihrer Werbung über Bildschirme hinweg nachzuvollziehen. Besonders die Möglichkeit der deterministischen Attribution hebt die Plattform hervor, da sie eine präzise Erfolgsmessung erlaubt – ein bislang häufiges Manko klassischer TV-Werbung.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Erweiterung des Pinterest-Werbeangebots
Durch die Integration in Pinterest Performance+, die hauseigene Suite für automatisierte Werbung, soll tvScientifics Lösung vorerst in den USA ausgebaut werden. Eine internationale Ausweitung ist anschließend geplant. CEO Bill Ready betont, dass Pinterest damit zum umfassenden Performance-Werbenetzwerk werde – über Suche, soziale Plattform und nun auch TV. Werbungtreibende könnten damit TV-Werbung künftig nach denselben Maßstäben bewerten wie digitale Anzeigen.
Die finanziellen Details der Transaktion wurden nicht veröffentlicht. Pinterest erwartet jedoch keine wesentlichen Auswirkungen auf seine Geschäftszahlen. tvScientific soll nach dem Abschluss, der für die erste Hälfte 2026 geplant ist, als eigenständige Marke weitergeführt werden.


