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PVH legt solide Zahlen vor – Wachstum im Direktgeschäft, Druck in Europa

Kampagnenfoto von Calvin Klein und Tommy Hilfiger
Foto: PVH Corp

Key takeaways

PVH startet mit soliden Quartalszahlen ins Jahr 2026 und übertrifft beim Ergebnis die Erwartungen. Wachstum im Direktgeschäft und starke Markenimpulse stehen jedoch unter Druck durch geopolitische Unsicherheiten, insbesondere im Europa-Geschäft.

Lesezeit ca. 2 Minuten

Der US-Modekonzern PVH ist mit einem insgesamt robusten ersten Quartal in das Geschäftsjahr 2026 gestartet. Umsatz und Ergebnis lagen im Rahmen oder leicht über den Erwartungen, während insbesondere das Direktkundengeschäft sowie die Kernmarken Calvin Klein und Tommy Hilfiger für positive Impulse sorgten. Gleichzeitig zeigen sich deutliche regionale Unterschiede und externe Belastungsfaktoren.

Umsatzwachstum und Ergebnis über Erwartungen

PVH erzielte im ersten Quartal einen Umsatz von 2,025 Milliarden US-Dollar und steigerte damit die Erlöse um 2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Währungsbereinigt entsprach dies einem Rückgang von 2 Prozent, lag jedoch im Rahmen der Erwartungen. Der operative Gewinn erreichte auf Non-GAAP-Basis 131 Millionen US-Dollar, während die operative Marge bei 6,5 Prozent lag und damit am oberen Ende der Prognose.

Beim Ergebnis je Aktie übertraf das Unternehmen die eigenen Ziele deutlich: Das bereinigte EPS lag bei 2,01 US-Dollar und damit über der prognostizierten Spanne von 1,65 bis 1,80 US-Dollar. Auf GAAP-Basis erreichte das EPS 1,90 US-Dollar. Der Lagerbestand wurde gleichzeitig um 5 Prozent auf 1,51 Milliarden US-Dollar reduziert, was auf eine verbesserte Bestandssteuerung hinweist.

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Direktkundengeschäft und E-Commerce treiben Wachstum

Besonders dynamisch entwickelte sich das Direct-to-Consumer-Geschäft, das um 6 Prozent zulegte (3 Prozent währungsbereinigt). Dabei wuchsen sowohl stationäre Filialen als auch der Onlinehandel. Der digitale Umsatz stieg um 11 Prozent (6 Prozent währungsbereinigt) und entwickelte sich damit in allen Regionen positiv.

Das Wholesale-Geschäft blieb hingegen insgesamt stabil, verzeichnete jedoch währungsbereinigt Rückgänge. Hintergrund sind unter anderem Verschiebungen im Lieferzeitpunkt sowie strukturelle Veränderungen im Vertrieb.

Markenstärke und Produktfokus zahlen sich aus

Die beiden Kernmarken Calvin Klein und Tommy Hilfiger entwickelten sich stabil. Tommy Hilfiger steigerte den Umsatz um 3 Prozent, Calvin Klein um 1 Prozent. Besonders erfolgreich waren definierte „Hero“-Produktkategorien: Denim und Underwear bei Calvin Klein sowie Strickwaren und Outerwear bei Tommy Hilfiger.

Diese Entwicklung wird durch gezielte Marketinginvestitionen und eine stärkere Fokussierung auf relevante Zielgruppen unterstützt. Gleichzeitig investiert PVH weiter in die Modernisierung von Stores, Shop-in-Shop-Konzepten und die Verbesserung der digitalen Kundenerfahrung.

Regionale Unterschiede und geopolitische Belastungen

Die regionale Entwicklung zeigt ein gemischtes Bild. In der Region APAC konnte PVH ein Umsatzwachstum von 10 Prozent erzielen (6 Prozent währungsbereinigt), während die Americas leicht rückläufig waren. In der Region EMEA stieg der Umsatz zwar nominal um 2 Prozent, währungsbereinigt ergab sich jedoch ein Rückgang von 5 Prozent.

Hauptursache ist die schwächere Konsumnachfrage infolge des anhaltenden Nahostkonflikts und der allgemeinen makroökonomischen Unsicherheiten. Diese Entwicklung belastet insbesondere das Geschäft in Europa.

Ausblick: Stabilität trotz Unsicherheiten

Für das Gesamtjahr 2026 hat PVH seinen Ausblick angepasst. Der Umsatz wird nun auf Vorjahresniveau erwartet, nachdem zuvor ein leichtes Wachstum prognostiziert wurde. Die operative Marge soll unverändert bei rund 8,8 Prozent liegen.

Das Ergebnis je Aktie wird weiterhin in einer Spanne von 11,80 bis 12,10 US-Dollar erwartet. Belastungen durch Zölle – mit einem geschätzten negativen Effekt von rund 195 Millionen US-Dollar auf das EBIT – werden teilweise durch geplante Gegenmaßnahmen sowie erwartete Zollrückerstattungen in Höhe von rund 100 Millionen US-Dollar kompensiert.

Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit einem Umsatzrückgang von 3 bis 4 Prozent, erwartet jedoch eine deutliche Verbesserung der Marge auf rund 9,5 Prozent.

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