Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Im ersten Halbjahr 2025 lag die Sparquote privater Haushalte in Deutschland bei 10,3 % des verfügbaren Einkommens – ein leichter Rückgang gegenüber dem Vorjahreszeitraum mit 11,1 %. Das teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) anlässlich des Weltspartags am 30. Oktober mit. Trotz des Rückgangs bewegt sich die Quote langfristig auf stabilem Niveau: Sie entspricht dem Durchschnitt der Jahre seit 2000 – ohne die pandemiebedingt ungewöhnlich hohen Quoten der Jahre 2020 und 2021 mit durchschnittlich 15,1 %.
Eine Sparquote von 10,3 % bedeutet konkret, dass bei 100 Euro verfügbarem Einkommen durchschnittlich 10,30 Euro auf die hohe Kante gelegt wurden. Umgerechnet ergibt das monatlich rund 270 Euro pro Einwohner. Diese Zahl ist jedoch ein Durchschnittswert und lässt keine Rückschlüsse auf einzelne Haushalte zu. Je nach Einkommen, Lebensumständen und individueller Sparneigung bestehen erhebliche Unterschiede.
Im gesamten Zeitraum belief sich das gesamtwirtschaftliche Sparvolumen nach Abschreibungen auf 134,6 Milliarden Euro. Die Berechnungen basieren auf den Daten der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung. Bewertungsbedingte Veränderungen wie Kursgewinne bei Aktien oder Immobilienwertsteigerungen bleiben bei der Sparquote unberücksichtigt.
Deutschland im internationalen Vergleich weiter sparstark
Vergleicht man die sogenannte Bruttosparquote, die im Gegensatz zur Nettosparquote keine Abschreibungen berücksichtigt, so liegt Deutschland mit einem Wert von 20,0 % im Jahr 2024 weiterhin deutlich über dem EU-Durchschnitt von 14,6 %. Auch Frankreich (17,9 %), Österreich (17,3 %) und die Niederlande (16,8 %) lagen unter dem deutschen Niveau. Lediglich die Schweiz übertraf mit 26,1 % diesen Wert deutlich. Die USA wiesen mit 10,8 % erneut eine deutlich geringere Bruttosparquote auf.
Die methodische Unterscheidung ist entscheidend: Während in Deutschland für die Binnenbetrachtung die Nettosparquote herangezogen wird, sind international oft nur Bruttowerte verfügbar.


