Die staatlichen Investitionen in Deutschland haben 2025 einen historischen Sprung gemacht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stiegen die Bruttoinvestitionen um 12,3 Prozent auf 147,5 Milliarden Euro – der stärkste Anstieg seit dem Jahr 2000.
Deutlicher Anstieg nach mehreren Wachstumsjahren
Bereits in den Jahren zuvor hatte der Staat seine Investitionen kontinuierlich ausgeweitet. Nach Zuwächsen von 9,0 Prozent (2022), 4,2 Prozent (2023) und 9,3 Prozent (2024) erreichte die Dynamik 2025 einen neuen Höhepunkt.
Im ersten Quartal 2026 zeigt sich jedoch eine Abschwächung: Die Investitionen legten nur noch um 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu.
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Ausrüstungsinvestitionen treiben Entwicklung
Haupttreiber des starken Wachstums waren die Ausrüstungsinvestitionen, die im Jahr 2025 um 47,7 Prozent zulegten. Dazu zählen insbesondere Ausgaben für militärische Beschaffungen sowie technische Ausstattung.
Demgegenüber entwickelten sich Bauinvestitionen mit einem Plus von lediglich 2,0 Prozent deutlich schwächer als in den Vorjahren. Auch Investitionen in sonstige Anlagen – etwa Forschung, Entwicklung und Software – wuchsen moderat um 5,2 Prozent.
Im ersten Quartal 2026 setzte sich diese Entwicklung fort: Während Ausrüstungsinvestitionen weiter deutlich zunahmen (+10,7 Prozent), gingen Bauinvestitionen sogar um 1,5 Prozent zurück. Als Grund gilt unter anderem die ungewöhnlich kalte Witterung zu Jahresbeginn.
Wachsende Bedeutung im Staatshaushalt
Nicht nur absolut, sondern auch relativ haben die Investitionen an Gewicht gewonnen. Ihr Anteil an den gesamten Staatsausgaben stieg 2025 auf 6,5 Prozent, nach 6,1 Prozent im Jahr zuvor.
Damit wachsen die Investitionen schneller als die Gesamtausgaben des Staates. Im ersten Quartal 2026 lag der Anteil allerdings wieder bei 5,0 Prozent.
Deutschland bleibt unter EU-Durchschnitt
Trotz des kräftigen Wachstums liegt Deutschland im europäischen Vergleich weiterhin zurück. Der Anteil der staatlichen Investitionen am Bruttoinlandsprodukt betrug 2025 lediglich 3,3 Prozent.
Damit bleibt Deutschland unter dem Durchschnitt des Euroraums (3,7 Prozent) sowie der Europäischen Union insgesamt (3,9 Prozent). Länder wie Frankreich (4,5 Prozent) oder Polen (5,4 Prozent) investieren im Verhältnis zur Wirtschaftsleistung deutlich mehr.
Öffentlicher Sektor trägt erheblich zu Gesamtinvestitionen bei
Insgesamt machten die staatlichen Bruttoanlageinvestitionen rund 16,3 Prozent aller Investitionen in Deutschland aus. Besonders hoch ist der Anteil im Bauwesen, wo der Staat 17,2 Prozent der gesamten Investitionen trägt.
Auch bei sonstigen Anlagen liegt der Anteil mit 16,5 Prozent auf einem ähnlichen Niveau, während er bei Ausrüstungen 14,7 Prozent beträgt.
Trend zeigt strukturellen Wandel
Die aktuellen Zahlen verdeutlichen einen strukturellen Wandel in der Investitionspolitik. Während klassische Bauprojekte an Dynamik verlieren, gewinnen Ausgaben für Ausrüstung, Digitalisierung und Sicherheit zunehmend an Bedeutung.
Gleichzeitig bleibt die Herausforderung bestehen, das Investitionsniveau im internationalen Vergleich weiter zu erhöhen – insbesondere mit Blick auf Infrastruktur, Transformation und langfristige Wettbewerbsfähigkeit.





