Die Stromerzeugung in Deutschland hat im ersten Quartal 2026 deutlich zugelegt und wird zunehmend von erneuerbaren Energien getragen. Mehr als die Hälfte der eingespeisten Strommenge stammt inzwischen aus nachhaltigen Quellen, wie das Statistische Bundesamt mitteilt.
Erneuerbare erstmals klar dominierend
Insgesamt wurden 126,6 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt und ins Netz eingespeist – ein Plus von 6,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Anteil erneuerbarer Energien stieg auf 53,3 Prozent und überschritt damit erstmals deutlich die Marke von 50 Prozent.
Die Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen legte um 13,9 Prozent zu, während die konventionelle Erzeugung leicht rückläufig war.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Windkraft als zentraler Wachstumstreiber
Den größten Beitrag zum Anstieg lieferte die Windenergie. Mit einem Plus von 28,8 Prozent erreichte sie einen Anteil von 33,8 Prozent am gesamten Strommix und bleibt damit der wichtigste Energieträger.
Der starke Zuwachs ist allerdings auch auf ein außergewöhnlich schwaches Vorjahresquartal zurückzuführen. Die Photovoltaik entwickelte sich hingegen rückläufig und verlor leicht an Bedeutung.
Verschiebungen bei konventionellen Energien
Die Stromerzeugung aus Kohle ging weiter zurück und liegt nun bei gut einem Viertel der Gesamtproduktion. Gleichzeitig konnte Erdgas leicht zulegen, verlor jedoch anteilig durch die insgesamt gestiegene Strommenge.
Diese Entwicklung unterstreicht den strukturellen Wandel im Energiemix, bei dem fossile Energieträger zunehmend an Bedeutung verlieren.
Deutschland wieder Nettoexporteur
Parallel zur steigenden Produktion veränderte sich auch der Außenhandel mit Strom deutlich. Während die Importe spürbar zurückgingen, legten die Exporte kräftig zu.
Mit einem Exportüberschuss wurde Deutschland erstmals seit Ende 2023 wieder zum Nettoexporteur von Strom. Dies signalisiert eine gestärkte Position im europäischen Energiemarkt und eine höhere Eigenversorgung.
Insgesamt zeigt sich ein klarer Trend: Der Ausbau erneuerbarer Energien treibt nicht nur die Stromproduktion, sondern verändert auch die Rolle Deutschlands im internationalen Stromhandel nachhaltig.





