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Weltordnung im Wandel – Vertrauen in USA sinkt, China legt zu

Flaggen der USA und China und Dollarscheine
Foto: Karolina Grabowska / Pexels

Key takeaways

Eine internationale Umfrage zeigt wachsende Zweifel an der Rolle der USA und eine Verschiebung hin zu einer multipolaren Weltordnung. Während China an Einfluss gewinnt, prägen Klimawandel, Konflikte und politische Spannungen die globale Wahrnehmung.

Lesezeit ca. 3 Minuten

Die globale Wahrnehmung von Macht, Sicherheit und internationalen Beziehungen verändert sich spürbar. Eine umfassende YouGov-Umfrage in sieben Ländern zeigt, dass viele Menschen von einer zunehmend multipolaren Weltordnung ausgehen. Gleichzeitig nehmen geopolitische Spannungen zu, während das Vertrauen in die USA als stabilisierende Kraft deutlich nachlässt.

Klimawandel und Sicherheitsrisiken dominieren

In allen untersuchten Ländern zählt der Klimawandel zu den zentralen globalen Bedrohungen. Besonders ausgeprägt ist diese Einschätzung in Frankreich, wo 48 Prozent der Befragten ihn als eines der größten Risiken sehen. Auch in Deutschland gehört er zu den meistgenannten Gefahren. Parallel dazu gewinnen sicherheitspolitische Themen an Gewicht: 35 Prozent der Deutschen sehen militärische Angriffe feindlicher Staaten als ernsthafte Bedrohung.

Weitere Risiken betreffen gesellschaftliche und politische Entwicklungen. In Deutschland nennen 36 Prozent Massenmigration als eine der größten globalen Herausforderungen, während in den USA politischer Extremismus mit 39 Prozent besonders häufig genannt wird. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Bedrohungswahrnehmungen je nach nationalem Kontext unterschiedlich ausfallen, insgesamt jedoch ein hohes Maß an Unsicherheit widerspiegeln.

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Unterschiedliche Sicht auf globale Konfliktakteure

Die Einschätzung, welche Staaten den Weltfrieden gefährden, variiert deutlich zwischen den Ländern. In Deutschland sehen 42 Prozent Russland als größte Bedrohung, ein Bild, das auch in Großbritannien und Frankreich verbreitet ist. In Polen fällt diese Einschätzung mit 59 Prozent besonders deutlich aus.

In Kanada und Australien hingegen werden die USA am häufigsten als potenzieller Risikofaktor genannt. Selbst innerhalb der Vereinigten Staaten zeigt sich kein klares Meinungsbild: Hier werden neben dem Iran auch Russland, China oder sogar die USA selbst als Bedrohung wahrgenommen. Diese Unterschiede unterstreichen die Fragmentierung globaler Perspektiven.

NATO bleibt relevant, Vertrauen in USA erodiert

Trotz politischer Spannungen genießt die NATO weiterhin breite Unterstützung. In allen untersuchten Ländern wird das Bündnis mehrheitlich positiv bewertet, mit besonders hoher Zustimmung in Polen und Großbritannien. Gleichzeitig zeigt sich jedoch ein wachsender Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Partner.

In Deutschland überwiegt die Skepsis: 39 Prozent gehen davon aus, dass die USA im Ernstfall keine militärische Unterstützung leisten würden, während nur 32 Prozent mit Hilfe rechnen. Dennoch bleibt die grundsätzliche Bereitschaft zur kollektiven Verteidigung hoch. Zwischen 67 und 80 Prozent der Befragten in Europa wären bereit, andere verbündete Staaten im Angriffsfall zu unterstützen.

China wird als künftige Supermacht gesehen

Ein zentrales Ergebnis der Studie ist die Erwartung einer weiteren Verschiebung der globalen Machtverhältnisse. In allen sieben Ländern wird China am häufigsten als zukünftige führende Nation in Technologie und Wirtschaft genannt. Die Zustimmungswerte liegen dabei teils deutlich über denen für die USA.

Während die Vereinigten Staaten weiterhin als militärisch stark gelten, rechnen viele Befragte damit, dass China langfristig eine dominierende Rolle in zentralen Zukunftsbereichen einnehmen wird. Die Europäische Union spielt in dieser Wahrnehmung vor allem im Bereich des kulturellen Einflusses eine größere Rolle, während sie in wirtschaftlichen und technologischen Fragen seltener als führend eingeschätzt wird.

USA verlieren an Vertrauen, Beziehungen bleiben wichtig

Die zweite Amtszeit von Donald Trump wird international überwiegend kritisch bewertet. In Deutschland und Großbritannien sehen jeweils rund 74 Prozent der Befragten die USA zunehmend als negative Kraft in der Welt. Auch in den USA selbst teilen 52 Prozent diese Einschätzung.

Gleichzeitig verschlechtert sich die Wahrnehmung der Vereinigten Staaten als verlässlicher Partner. Viele Befragte sind der Meinung, dass die USA weniger freundlich gegenüber anderen Ländern und internationalen Organisationen geworden sind. Dennoch wünschen sich Mehrheiten in allen untersuchten Ländern weiterhin gute Beziehungen zu den USA – wenn auch häufig mit größerer Distanz und weniger enger Bindung als in der Vergangenheit.

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