Target hat im zweiten Quartal 2026 Umsatz und Gewinn deutlich gesteigert und seine Jahresprognose angehoben. Der US-Einzelhändler, der als guter Indikator für den Handel in den USA dient, profitierte von einer starken Nachfrage über sämtliche Vertriebskanäle hinweg sowie von umfangreichen Rückerstattungen bereits gezahlter Importzölle. Allein diese „Tarif-Refunds“ sorgten für einen erheblichen Ergebnisschub, während sich auch das operative Geschäft klar besser entwickelte als im Vorjahr.
Umsatz wächst in nahezu allen Bereichen
Der Konzern steigerte seinen Quartalsumsatz um 5,3 Prozent auf 26,5 Milliarden US-Dollar. Die vergleichbaren Umsätze legten um 3,8 Prozent zu, wobei insbesondere ein um 3,6 Prozent höheres Kundenaufkommen für Wachstum sorgte. Sowohl stationäre Filialen als auch das Digitalgeschäft entwickelten sich positiv. Die Online-Umsätze stiegen um 8,7 Prozent, wobei die taggleiche Lieferung besonders stark zulegte. Auch alle sechs Kernsortimente verzeichneten im Vergleich zum Vorjahr steigende Umsätze.
Gewinnen in der Plattform-Ökonomie
Tarif-Rückerstattungen verdoppeln den Gewinn
Besonders stark profitierte Target von Rückerstattungen bereits gezahlter US-Importzölle. Insgesamt erhielt das Unternehmen 994 Millionen US-Dollar zurück, was das operative Ergebnis und die Bruttomarge erheblich verbesserte. Der Quartalsgewinn verdoppelte sich dadurch nahezu auf 1,88 Milliarden US-Dollar. Das verwässerte Ergebnis je Aktie stieg von 2,05 auf 4,11 US-Dollar. Ohne den positiven Tarifeffekt hätte das Ergebnis je Aktie dennoch rund 20 Prozent über dem Vorjahreswert gelegen.
Jahresprognose wird angehoben
Nach dem starken ersten Halbjahr erwartet Target nun für das Gesamtjahr ein Umsatzwachstum von rund fünf Prozent und liegt damit über der bisherigen Prognose. Auch die Gewinnerwartung wurde angehoben. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Ergebnis je Aktie zwischen 9,90 und 10,90 US-Dollar. Ohne die bereits verbuchten Tarif-Rückerstattungen wurde die Gewinnprognose ebenfalls verbessert, was auf eine nachhaltige operative Entwicklung hindeutet.
Investitionen in Filialen und Kundenerlebnis
Parallel zum Ergebnisanstieg investiert Target weiter in die Modernisierung seines Filialnetzes. Die Investitionen in neue Standorte und Umbauten stiegen im zweiten Quartal um 27 Prozent. Darüber hinaus setzt der Händler seine Preisoffensive fort und hat innerhalb eines Jahres nach eigenen Angaben die Preise für mehr als 10.000 häufig gekaufte Produkte gesenkt. Ergänzt wird die Strategie durch Investitionen in Design, exklusive Sortimente und digitale Services.
Starke Bilanz und stabile Ausschüttung
Der operative Cashflow entwickelte sich ebenfalls positiv und erreichte im ersten Halbjahr mehr als 4,5 Milliarden US-Dollar. Trotz hoher Investitionen hielt Target an seiner Dividendenpolitik fest und schüttete im zweiten Quartal 518 Millionen US-Dollar an die Aktionäre aus. Aktienrückkäufe fanden im Berichtszeitraum dagegen nicht statt. Für künftige Rückkäufe verfügt das Unternehmen weiterhin über ein genehmigtes Volumen von rund 8,3 Milliarden US-Dollar.





